"Herzlichen Glückwunsch, aber...", so beginnen die meisten Gratulationen zum 70. Geburtstag der Kultusministerkonferenz (KMK) an diesem Montag. Der deutsche Bildungsföderalismus wackelt bedenklich.

Die Große Koalition will das "Kooperationsverbot" weiter aufweichen, also die im Grundgesetz implizierte Forderung, dass der Bund weder mit Gesetzen noch mit finanziellen Zuwendungen auf die Bildungspolitik der Länder einwirken darf. SPD, Grüne und Linke, aber auch die FDP fordern das schon länger, sie setzen auf bundesweite Maßnahmen, um das deutsche Schulsystem zu verbessern. Das scheint dringend notwendig, denn in internationalen Vergleichen schneiden die deutschen Schüler eher mittelmäßig ab.

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Es gibt zwar viele sehr gute Schüler, aber eben auch viele, die dem geforderten Leistungsstand um Jahre hinterher sind - und das hat viel zu oft mit dem sozialen Status und der Herkunft zu tun. Die Kulturhoheit der Länder hat daran wenig geändert, sie hat uns über Jahrzehnte spannende ideologische Streitigkeiten um das richtige Schulsystem und einen erheblichen Unterschied der Bildungsstandards von Land zu Land beschert.

CDU und CSU haben das lange als gesunde Konkurrenz verteidigt, denn sie regieren meist in den Ländern mit den erfolgreicheren (und anspruchsvolleren) Schulen. Aber jetzt scheint man auch dort bereit zu bundesweiten Anstrengungen. Und wenn es den Schülern nützt, würden wir sicher in Kauf nehmen, dass die Stimmung auf dem 70. der KMK etwas gedämpft ist.

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