Es war nicht sein Traumberuf, sagt Dieter Puhl, Leiter der größten Bahnhofsmission in Deutschland. Als er vor zehn Jahren die Leitung der Bahnhofsmission unter dem Bahnhof Zoo in Berlin übernahm, sollte er das Defizit der Evangelischen Stadtmission vermindern, Leistungen und Angebote für Obdachlose einschränken, Ausgaben reduzieren.

Er tat das Gegenteil, warb um freie Spenden. Dieter Puhl - die Nordnase, wie er sagt - hatte einst Diakon werden wollen, und ist dann tief in die Welt der Obdachlosen eingetaucht. Siebenhundert Obdachlose Gäste stehen täglich bei der Essensausgabe an, 150 Praktikanten arbeiten hier im Jahr, 150 Ehrenamtliche und 300 Menschen, die von einem Gericht zu "Arbeit statt Strafe" verurteilt worden sind. 9000 Schlafsäcke verteilt Puhl übers Jahr.

Doch all das dient dem agilen Leiter der größten Bahnhofsmission der Bundesrepublik nur als Erstkontakt, um mit den Beschädigten der Armen ins Gespräch zu kommen. Auch mit der von ihm initiierten Einzelfallhilfe, finanziert aus freien Spenden, versucht er, den aus dem sozialen Netz Gestürzten in ein selbstbestimmtes Leben zurück zu helfen. Denn auf der Platte lebe niemand aus Lust an der Freiheit, sagt Dieter Puhl.

Gastgeber: Jochanan Shelliem

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit