Georg Cremer war bis zu seiner Pensionierung Mitte dieses Jahres Generalsekretär des Caritas-Verbandes. Er kennt die Probleme und Nöte der Schwachen in unserer Gesellschaft.

Denn ihnen fühlt sich die Caritas als Wohlfahrtsverband besonders verpflichtet. "Armut in Deutschland" heißt deshalb auch sein Buch, in dem er detailliert seinen Blick auf die sozialen Probleme in Deutschland darstellt. Er hält nämlich die Debatte über das ungerechte Deutschland, das trotz seines gesellschaftlichen Reichtums immer mehr Armutsgefährdete produziert, für populistisch. Es sei brandgefährlich, die Verdienste des deutschen Sozialstaats kleinzureden, den er vor allem schätzen lernte, als er vor seiner Zeit als Generalsekretär ein Entwicklungsprojekt in Indonesien leitete. Statt kurzatmiger Polemik gelte es, für ein gerechtes Deutschland "im mühsamen und häufig auch zähen Klein-Klein der Realpolitik" zu arbeiten und dabei immer konsequent die Perspektive der Bedürftigen einzunehmen. Der Müßiggang des Ruhestands passt nicht zu Cremers Zukunftsplänen. Auch künftig will der Vater dreier Söhne, der an der Uni Freiburg als außerplanmäßiger Professor lehrt, Studenten zu sozialpolitischen Fragen unterrichten. Und auch ein weiteres Buchprojekt würde er gerne angehen.

Gastgeberin: Ingeborg Breuer

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Buchhinweis:

Georg Cremer:
"Armut in Deutschland. Wer ist arm. Was läuft schief. Wie können wir handeln?"
C.H.Beck 2017, Preis: 16,95 Euro

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