Das Wissen von Jan İlhan Kızılhan und seine Erfahrung trugen dazu bei, dass über 1000 zumeist jesidische Frauen, Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat, in Baden-Württemberg Schutz und Hilfe fanden.

Frauen, die die IS-Milizionäre nach dem Massaker in der Region Sindschar im August 2014 verschleppt, versklavt, verkauft und systematisch vergewaltigt hatten. Jan Kızılhan, Professor an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen, ist promoviert in Psychologie sowie in Neuiranistik und Islamwissenschaften. Er ist ein international anerkannter Experte für transkulturelle Psychiatrie und Psychopathologie, Migration, Trauma und Traumafolgen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann beauftragte ihn, in den nordirakischen Flüchtlingslagern die den IS-Greueltaten entkommenen Frauen auszuwählen, die in Baden-Württemberg Zuflucht finden sollten. Dort leitete Kızılhan die medizinisch-psychologische Betreuung der Schwersttraumatisierten. Selbst Sohn kurdischer Eltern, die 1973 nach Deutschland einwanderten, gründete der vielsprachige Traumatherapeut inzwischen gemeinsam mit anderen Experten ein psychotherapeutisches Lehrinstitut im nordirakischen Dohuk. Das Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe - einheimische Fachleute sollen traumatisierte Menschen künftig vor Ort betreuen können.

Gastgeberin: Michaela Wunderle

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