Im "hr2-Doppelkopf" geht es heute um die märchenhafte Karriere des 80-jährigen, vitalen Pragmatikers Klaus Heymann. Fünfzig Jahre war der gebürtige Frankfurter bereits, als er ein CD-Label gründete.

Vieles hatte er zuvor gemacht: Romanistik und Anglistik studiert, Tennisunterricht gegeben, Gebrauchsanweisungen übersetzt, eine Zeitung für US-Soldaten vertrieben. Da lebte er schon in Hongkong. Technische Geräte verkaufte er dort, stattete Rundfunkstudios aus und beriet die Musiker in der Kronkolonie und später chinesischen Metropole. Wie im Märchen geht es weiter: dem Schwiegervater seiner japanischen Ehefrau musste er versprechen, ihr musikalisches Talent weiter zu fördern. "Also", dachte Klaus Heymann, "organisiere ich für sie eine Schallplattenaufnahme". So geriet er in das Geschäft mit Tonträgern.

Als sich vor dreißig Jahren die Industrie digitalisierte und für den neuen Tonträger CD neue Aufnahmen gebraucht wurden, schlug seine Stunde. Mit dem Label "Naxos" nahm er sich nichts weniger vor, als die gesamte klassische Musik, für jedermann erschwinglich, auf silberne Scheiben zu bannen. Dreißig Jahre später gehört "Naxos" zu den größten Unternehmen der Musikindustrie weltweit. Eine Music-Library gibt umfassend Auskunft über Werke und Komponisten, alle Einspielungen können im Netz gestreamt werden, es gibt ein Internet-Radio und einen weltweiten, effektiven Vertrieb, dem sich mittlerweile zahllose andere Labels angeschlossen haben. Geweckt hat Heymanns Liebe zur Musik übrigens der Hessische Rundfunk, als er als junger Mann die unter Leitung des damaligen Chefdirigenten Dean Dixon eingeführten Jugendkonzerte des Sinfonieorchesters besuchte.

Gastgeber: Andreas Bomba

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