Sie war Schriftstellerin, Essayistin und Wissenschaftlerin. Mit ihrer Dissertation "Die imaginierte Weiblichkeit" wurde sie 1979 berühmt und wichtig für den bundesdeutschen Feminismus. Im Oktober dieses Jahrs starb die vielseitige Begabte im Alter von 71 Jahren.

hr2-kultur wiederholt ein "Doppelkopf"-Gespräch mit Silvia Bovenschen aus dem Jahr 2007, ein Jahr, nachdem ihr Buch "Älter werden" erschienen war. Ursprünglich wollte sie einen Essay über das Alter schreiben. Doch dann setzte ihr das Thema "zähen Widerstand entgegen", und sie entschloss sich zu einer riskanteren Form: Silvia Bovenschen notierte ihre eigenen Erfahrungen mit dem Älterwerden. Die Resonanz auf ihre subjektiven Betrachtungen über Kindheit, Zeitgeschehen, Alltagserlebnisse und die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen schweren Krankheit war groß und erstaunlich positiv.

Dass sie mit einem unpopulären Thema einem offenbar starken Bedürfnis in der Öffentlichkeit nachkommen würde, damit hatte Silvia Bovenschen damals nicht gerechnet. Und doch stand die Frankfurterin, die viele Jahre in Berlin lebte, immer auch für einen anderen Blick: Als Feministin distanzierte sie sich vom Betroffenheitskult der Frauenbewegung der 70er-Jahre. Zu den "alten 68ern" wollte sie nicht gezählt werden, obwohl sie die Studentenrevolte politisch aktiv begleitet hatte. Sie verweigerte sich Sozialromantik und Verklärung, setzte diesen Tendenzen Ironie und wache Rückschau entgegen

Gastgeberin: Chris Corlett

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Buchhinweis:

Silvia Bovenschen: "Älter werden"
Fischer TB, Preis: 8,95 Euro

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