Er schreibt Lieder und Texte und spielt Gitarre, Bandoneon und Maultrommel. Kurz vor Ende der DDR landete Stephan Krawczyk wegen seiner protesthaltigen Auftritte in Stasi-Haft und schließlich wurde er zusammen mit seiner damaligen Frau Freya Klier in die BRD ausgewiesen - gegen seinen Willen. Im Westen schrieb der Träger des Bundesverdienstkreuzes dann auch Hörspiele, Romane, Kinderbücher und Gedichte. Und machte weiter Musik.

Stephan Krawczyk hat eine besondere Beziehung zu Martin Luther. Ihm hatte er vor ein paar Jahren schon ein Programm gewidmet mit dem Titel "Luftvermählt und erdgebunden". Stefan Krawczyk hat in Weimar Konzert-Gitarre studiert. Von 1978 bis 1983 war er Mitglied der Folk-Gruppe Liedehrlich. Er wurde für "hervorragende künstlerische Leistungen" geehrt und erhielt 1981 den Hauptpreis beim DDR-Chanson-Wettbewerb. Wegen seiner kritischen Texte wurde Krawczyk in der DDR schließlich die Zulassung als Berufsmusiker entzogen. Er konnte nur noch im Schutz der Kirche auftreten.

Jahre nach dem Mauerfall hatte Krawczyk erfahren, dass der der damalige Rechtsanwalt Wolfgang Schnur, Vertrauensanwalt der evangelischen Kirche, ihn für die Stasi bespitzelt hatte. Heute hat er damit abgeschlossen. Er hadert nicht mehr. Der 62-jährige ist alleinerziehender Vater eines 13-jährigen Sohnes. Aus früheren Beziehungen hat er noch drei weitere Kinder. Krawczyk tritt in Schulen auf und spricht und singt dort über die Ursachen des Rechtextremismus. Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Stefan Krawczyk von seinem früheren und heutigen Leben, und er gibt preis, was ihn so an Martin Luther fasziniert.

Gastgeberin: Karin Röder

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