Max Liebermann: Selbstporträt
Max Liebermann, Selbstporträt von 1921 Bild © Foto: Peter Hinschläger

Die neue Ausstellung in den Opelvillen in Rüsselsheim heißt "Das Selbstporträt. Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Frerich". 115 Schlüsselwerke der Sammlung – Lithografien, Zeichnungen, Holschnitte – sind dort zu sehen. Große Namen der Kunst, von Max Beckmann bis Thomas Bayrle.

Hier steht man dem "Who is who" der Kunst gegenüber, vor allem jener um 1900 bis 1937. Die Selbstporträts haben fast durchweg eine intensive Qualität, man bekommt fast den Eindruck, den Künstlern persönlich ein Stück näher zu kommen. Denn oft versuchen sie in ihren Selbstporträts nicht nur sich darzustellen – als Künstler, Freimauer, Zauberer etwa – sondern auch sich selbst zu ergründen. Der Eine eher sehnsüchtig, der andere radikal, und mancher distanziert sich lieber selbst-ironisch von seinem vermeintlichen Ich. Aber auch das sagt letztlich viel aus über den Schöpfer des Selbstbildnisses.

Geschichte im Selbstbildnis

Lovis Corinth: Selbstbildnis, 1920
Lovis Corinth, Selbstbildnis, 1920 Bild © Foto: Peter Hinschläger

Der Schwerpunkt der Sammlung Frerich wie auch der Ausstellung in den Opelvillen liegt auf der Klassischen Moderne. Besonders viele Selbstporträts sind etwa von Max Beckmann, Max Liebermann und Lovis Corinth – und erlauben es, die jeweils künstlerische Auseinandersetzung und Entwicklung in einer gewissen Chronologie zu verfolgen. Auch historische Kontexte spiegeln sich in den Gesichtern der Künstler, etwa die Schrecken des Ersten Weltkriegs.

Weitere Informationen

Das Selbstporträt - Arbeiten auf Papier aus der Sammlung Frerich

Opelvillen Rüsselsheim
Ludwig-Dörfler-Allee 9
Vom 13. Dezember 2017 bis zum 8. April 2018

Ende der weiteren Informationen

Das Fazit unserer Kunstkritikerin Tanja Küchle

Diese Ausstellung wirkt durch die vergleichsweise "zurückhaltende" Form der Papierarbeit  insgesamt sehr dezent, fast intim. Andererseits zeigen uns die Selbstporträts oft starke, intensive Künstler-Egos, in denen eine ungeheure Energie wühlt und arbeitet. Dieser Gegensatz sorgt für eine anregende Spannung. Die Selbstporträts so vieler bedeutender Künstler in dieser Konzentration und Konsequenz zu erleben, ist eine große Gelegenheit. Umso mehr, als Papierarbeiten sehr fragil und lichtempfindlich sind. Nach dieser Ausstellung werden sie erst mal für längere Schonungszeit im Depot verschwinden.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit