Illustration: Frau hält sich Hand ans Ohr

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Als jüdisches Einwandererkind aus Galizien kam die Lyrikerin, die wir heute suchen, nach dem ersten Weltkrieg nach Deutschland. Sie fand in Berlin eine Heimat und gehörte hier schon bald zur literarischen Bohème - ihre Gedichte waren ebenso bekannt wie die Erich Kästners, Kurt Tucholskys und Walter Mehrings. Ihr 1933 veröffentlichter erster Gedichtband war ein großer Erfolg.

Denn mit ihrer Lyrik traf sie den Nerv der Zeit. Mit viel Witz und Ironie skizzierte sie das Berliner Alltagsleben und die Träume der "Kleinen Leute", viele ihrer Gedichte handeln aber auch von der Liebe, dem Leben als Frau und den Malaisen des Alters.

Amerikanisches Exil

Die Karriere der jüdischen Lyrikerin endete jäh mit Beginn des Nationalsozialismus, sie erhielt Berufsverbot und emigrierte 1938 mit ihrem zweiten Mann und ihrem Sohn nach Amerika. New York bot ihr eine Möglichkeit zum Überleben – mehr nicht. Sie fühlte sich im amerikanischen Exil entwurzelt und heimatlos.

Ihrem Mann zuliebe zog sie 1960 mit nach Jerusalem, doch auch hier fühlt sie sich sprachlich und kulturell völlig isoliert. Israel bleibt ihr fremd – sie stirbt während eines Europa-Aufenthaltes 1975 in Zürich.

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