Buchcover Haskell Gesang
Nicht nur für Baumfreunde: Haskells Meisterwerk Bild © Kunstmann

Die Natur mag jeder, aber sie verstehen? Zu undurchdringlich die Zusammenhänge, zu speziell das Wissen. Einige Sachbuchautoren gehen mit der Machete durchs Dickicht und bringen Licht in den Dschungel. David G. Haskell ist einer der Stars der Szene und nimmt uns mit zu den Bäumen.

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Buchcover Haskell Gesang

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Alf Haubitz über "Der Gesang der Bäume"

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An die Orte, wo die Bäume stehen, in ferne exotische Länder, vor unsere Haustür. Der Biologie-Professor aus Tennessee beschreibt plastisch, was er sieht, was um den Baum herum passiert, wie sich die Rinde anfühlt, wie es dort riecht. Er hat diesen speziellen "Hölzchen-Stöckchen"-Stil: Er schweift ohne Ende ab, lässt sich treiben durch sein Wissen, erzählt von der Naturgeschichte, dröselt Feinheiten der Biologie auf, macht den Einfluss des Menschen klar. Haskell hatte mit "Das verborgene Leben des Waldes" einen Riesenerfolg, da hat er einen einzigen Quadratmeter Wald über ein Jahr lang beoachtet, jetzt reist er um die Welt und beschreibt – Bäume.

Haskell erklärt anschaulich für jedermann

Beispiel Haselnussstrauch: Der ist dem Hausbesitzer wohlbekannt , denn er wuchert ohne Ende. Die Nüsse sind vielleicht für Eichhörnchen interessant. Das gilt heute. Jetzt gehen wir aber mal 10.000 Jahre zurück, ins heutige Schottland: Sehr raues Klima, sehr wenig zu essen, nichts zu heizen. Die Leute frieren. Was ist die Lösung für die Ureinwohner? Die Gemeine Hasel. Jedes Jahre wächst viel neues Holz nach, die Früchte kann man rösten und knabbern, in so einer Haselnuss ist Fett, Eiweiß und Zucker. David Haskell besucht Forscher, die aus uralten Feuerstellen die verkohlten Haselnusszweige und Nusschalen herausholen. Und dann erzählt er vom Leben dieser Menschen, von der Verbreitung der Haselnuss, von der Eiche, von der Entdeckung der Kohle in Schottland, von Holz als Rohstoff für die Gruben, von der Industrialisierung, vom Klimawandel, von CO2, usw usf., Hölzchen und Stöckchen eben - und das ist nur ein Kapitel.

Weitere Informationen

David G. Haskell: Der Gesang der Bäume. Die verborgenen Netzwerke der Natur

aus dem amerikanischen Englisch von Christine Ammann
Verlag Antje Kunstmann
24 Euro

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Für wen ist das Buch, für Gärtner, für Biologie-Freaks?

Für die, klar, aber gerade auch für die, die den Kontakt mit der Natur verloren haben. Und für Leute, die sich faszinieren lassen wollen, die sich mitreißen lassen können von wirklich seitenlangen Schilderungen von Zusammenhängen, die sich verzaubern lassen wollen von Dingen, die sie sehen aber nicht verstehen, und seien es nur die Wurzeln eines alten Baums, der mit Pilzen eine Symbiose eingeht, die man nicht ahnt. Ein durchaus naturwissenschftliches Buch, sehr lesbar sagen wir ab der 7.Klasse, verständlich, klar, sehr bildreich in der Sprache, liebevoll und kenntnisreich übersetzt. Nicht nur für Baumfreunde. Aber man wird einer, beim Lesen, ganz bestimmt!

Vorgestellt von Alf Haubitz

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück am Sonntag, 3.12.2017, 11:00 Uhr

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