Cover Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger
Bild © Kiepenheuer & Witsch

Joachim Meyerhoff ist ein bekannter und beliebter Schauspieler, für seine Arbeit am Wiener Burgtheater ist er gerade zum Schauspieler des Jahres gekürt worden. Und das nicht zum ersten Mal. Nicht minder erfolgreich ist er als Schriftsteller.

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Cover Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Buchtipp Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger

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Gerade ist sein neues Buch erschienen: "Die Zweisamkeit der Einzelgänger". Der vierte Band seines autobiografischen Romanprojekts. Hat er wie die Vorgänger das Zeug zum Bestseller?

Der Roman beginnt Meyerhoffs Zeit am Bielefelder Theater, die er als noch grauenvoller empfindet als die in Kassel, wo er vorher war. "alles ist besser als Bielefeld, heißt es da und diese Erkenntnis führt ihn auch bald nach Dortmund. Aber während die drei Vorgängerbücher ja auch Erinnerungsbücher an Familienmitglieder waren, den tödlich verunglückten Bruder, den Tod des Vaters und der Großeltern, bei denen Meyerhoff während der Zeit seiner Ausbildung an der Falckenberg Schule gelebt hat, ist dieses Buch vor allem ein Liebesroman. Eine Liebe die drei sehr unterschiedlichen Frauen gilt. Den größten Raum nimmt Hanna ein, eine freche Intellektuelle, eine Bielefelder Beziehung. In Dortmund pflegt er ein leidenschaftliches und eher spracharmes Verhältnis mit Franka, einer Tänzerin aus dem Ensemble und dann gibt es noch als Ort der Zuflucht die dicke Bäckerin Ilse, die den durch sein anstrengendes Liebesleben ausgezehrten jungen Mann mit Schweinsohren und anderen Köstlichkeiten versorgt.

Weitere Informationen

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Verlag Kiepenheuer & Witsch 2017
416 Seiten
24,- Euro

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Fazit

Die Vorgängerbücher, in denen er ein Stück Familienalltag und -Geschichte beschreibt und die sehr liebevolle Porträts seiner verstorbenen Angehörigen beinhalten, sind viel stärker als dieses neue Buch. Meyerhoff kreist zu viel um sich selbst und das ist oft uninteressant, wirkt sprachlich angestrengt bis daneben "Pro und contra bissen sich tot"  heißt es da oder "blubbernder Treibsand". 

"Die Zweisamkeit der Einzelgänger" ist leider eine Enttäuschung. Wer sie vermeiden will, sollte lieber wieder die drei anderen Bände des autobiografischen Romanprojekts "Alle Toten fliegen hoch" von Joachim Meyerhoff lesen.

Vorgestellt von Birgit Spielmann

Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 09.11.2017, 08:30 Uhr

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