Marion Poschmann: Die Kieferninseln
Marion Poschmann Die Kieferninseln Bild © hr

"Die Kieferninseln" ist schon der zweite Roman von Marion Poschmann, der es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat - vollkommen zu Recht, sagt unsere hr2-Literaturkritikerin.

Lyrik in einem Roman verpackt

Marion Poschmann ist Jahrgang 1969 und eigentlich bekannt geworden, weil sie in den letzten Jahren für ihre Gedichtbände mit Preisen überhäuft worden ist. In ihrem neuen Roman hat sie auch einen Weg gefunden, zumindest kurze Gedichte unterzubringen: Er spielt in Japan und ihre Protagonisten dichten Haikus. Aber auch darüber hinaus ist der Text ein Sprachfeuerwerk.

Auf der Suche nach dem passenden Ort für den perfekten Selbstmord

Gilbert Silvester und Yosa Tamagotchi reisen durch Japan. Yosa möchte sich umbringen und sucht den idealen Ort dafür, Gilbert will ihn retten und redet ihm jeden Ort aus - oder hat Gilbert am Ende nur von Yosa geträumt? War sein Reisegefährte gar nicht real?

Weitere Informationen

Marion Poschmann - Die Kieferninseln

Suhrcamp Verlag
164 Seiten
20 Euro

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Fazit

Marion Poschmann erzeugt schwebende Räume und verknüpft sie miteinander. Dazu kommt eine Sprachmacht, die ungeheuerlich ist, wie ein Lagerfeuer, an allen Ecken und Enden züngeln und brennen und bersten die Sätze und die Beschreibungen schlagen glühende Funken. Das Buch wirkt ganz zart und gleichzeitig hat es doch so ein robustes Thema, es ist Traum und Wirklichkeit, es ist der Clash zweier Kulturen und es ist auch ein Wechsel zwischen größtem Feingefühl und größter Neutralität. Vollkommen zu Recht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, zweifellos.

Vorgestellt von Bianca Schwarz

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 26.09.2017, 08:30 Uhr

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