Buchcover: Porträt einer rothaarigen Frau
Bild © Hanser Verlag

Der Sohn ermordet den Vater und schläft mit der Mutter. Ödipus at its best - und das Thema des neuen Romans von Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk.

Die Wurzeln der Geschichte

Bei uns nicht ganz so bekannt ist die persische Version dieses Mythos im Heldenepos Schahname, die um die erste Jahrtausendwende entstand und die Legende von Rostam und Sorap erzählt. In dieser Sage kämpfen Vater und Sohn am Ende miteinander und der Vater erschlägt seinen Sohn. Beide Erzählungen sind Leitmotive dieses Romans.

Spätestens seit Orhan Pamuk im Jahr 2006 den Literaturnobelpreis bekommen hat, ist ihm bei jedem neuen Buch internationale Aufmerksamkeit sicher. Zu seinen Markenzeichen zählt, dass er Verbindungen schafft zwischen Westen und Osten, Orient und Okzident, er kombiniert beide Kulturen in eleganten wie tiefsinnigen Erzählungen.

Fazit

Orhan Pamuk ist in der Türkei ein umstrittener Autor, obwohl er sich mit politischen Stellungsnamen seit jeher zurückhält - aber in seinen Büchern kann man zwischen den Zeilen lesen. Auch aus diesem Grund ist "Die rothaarige Frau" ein interessanter und ein wichtiger Roman Pamuks, durch die mythischen Anspielungen bedeutungsgeladener als seine großen realistischen Romane, aber mit viel Zeitkolorit und Esprit geschrieben und wie immer bei diesem Schriftsteller unnachahmlich gut erzählt.

Weitere Informationen

Die rothaarige Frau
Orhan Pamuk
Übersetzung: Gerhard Meier
Carl Hanser Verlag (25. September 2017)
227 Seiten für 22 Euro

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Vorgestellt von MARIO SCALLA.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 25.09.2017, 08:30 Uhr

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