Peter Handke: Die Obstdiebin
Peter Handke: Die Obstdiebin Bild © Suhrkamp

Als sein "letztes Epos" hat Peter Handke dieses Buch bezeichnet. Episch aber ist weniger die Handlung, sondern das Programm des Romans. Verlangsamen und alles Menschenmögliche aufnehmen – darin liegt der wahrhaft epische Effekt des Werkes.

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Zunächst sehen wir einen Erzähler, der etwas eremitenhaft in der Nähe von Paris wohnt und sich auf den Weg Richtung Picardie macht. Auf der Wanderung trifft er seine "Obstdiebin", die durch die Welt stromert. Unterwegs muss sie, um sich wieder etwas heimisch fühlen zu können, immer Obst stehlen. Ihren Weg zu ihrer Mutter in die Picardie beschreibt dieser Roman.

Begnadeter Sprachkünstler

Peter Handke
Peter Handke Bild © picture-alliance/dpa

Kaum ein Schriftsteller deutscher Sprache vermag noch solche Sätze zu schreiben wie Peter Handke. Die Sätze schmiegen sich mimetisch dem an, was sie beschreiben. Beginnt ein Satz mit "Die Serpentine...", schlängelt sich auch der Satz über die Seiten; ist der Satzbau manchmal unübersichtlich, sind die Bezüge nicht immer sofort zu finden, findet auch eine Wanderung durch unübersichtliches Gelände statt.

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Peter Handke: Die Obstdiebin

Suhrkamp Verlag 2017
559 Seiten
34 Euro

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Fazit von Mario Scalla

Handke hat hier seine eigene Poesie der Gleichzeitigkeit gefunden. Alles verdichtet sich zu Beobachtungen und Wahrnehmungen, die zu manchmal wie in Zeitlupe stattfindenden, intensiven Momenten führen. Endlich mal keine Post vom Staat im Briefkasten – seufzt an einer Stelle ein Anarcho, der stetig einen ganz eigenen Weg verfolgt. Diesen mit der Lektüre mit zu verfolgen, einmal mit dem Blick und der Haltung Handkes von Paris in die Picardie zu wandern, ist ein großes Leseerlebnis.

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