Robert Menasse
Robert Menasse Bild © picture-alliance/dpa

Der Österreicher Robert Menasse erhält den Deutschen Buchpreis 2017 für seinen Roman "Die Hauptstadt". Das gab die Jury zum Deutschen Buchpreis in Frankfurt bekannt.

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Autor Robert Menasse

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr2-Literaturredakteurin Julika Tillmanns über Preisträger Robert Menasse

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"Ich bin sehr gerührt. Ich habe keine Dankesrede vorbereitet, weil ich nicht gewusst habe, dass ich den Preis bekomme und ich schon seit langer Zeit nicht mehr für die Schublade arbeite," bedankte sich der Robert Menasse für die Auszeichnung.

Menasses Roman setzt sich mit der Europäischen Unionen und der Brüsseler Bürokratie auseinander. Eine Beamtin hat die Aufgabe, das Image der Europäischen Kommission aufzupolieren. Ausgerechnet in Ausschwitz soll dies gelingen.

Lob für Vielschichtigkeit und Leichthändigkeit

Das Buch sei "ein vielschichtiger Text, der auf meisterhafte Weise existenzielle Fragen des Privaten und des Politischen miteinander verwebt und den Leser ins Offene entlässt", begründete die siebenköpfige Jury ihre Wahl. Robert Menasse erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro.

Weitere Informationen

Die hr2-kultur Lesezeit

Robert Menasse: Die Hauptstadt
Ungekürzte Lesung mit Christian Berkel


läuft noch bis zum 10. November 2017
Montag bis Freitag ab 09:30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung ab ca. 15:00 Uhr in der "Klassikzeit"

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"Dramaturgisch gekonnt gräbt er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen", erklärte die Jury weiter. Menasse führe den Lesern vor Augen, dass "die Ökonomie allein, sie wird uns keine friedliche Zukunft sichern können. Die, die dieses Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns – 'die anderen', das sind nicht selten wir selbst."

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zum Artikel Am Tisch mit Robert Menasse, "Europa-Kommissar"

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Menasse lobte in seiner Dankesrede die EU als "manchmal sehr schrullige, aber manchmal sehr tapfere Institution". Die EU habe "das Sterben von abertausenden Buchhandlungen auf diesem Kontinent" verhindert, indem sie an der Buchpreisbindung festgehalten habe.

6 Finalisten standen zur Auswahl

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Gerhard Falkner (JRomeo oder Julia"), Franzobel ("Das Floß der Medusa"), Thomas Lehr ("Schlafende Sonne"), Marion Poschmann ("Die Kieferninseln") und Sasha Marianna Salzmann ("Außer sich"). Die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.

Die Jury zum Deutschen Buchpreis 2017

Jury Deutscher Buchpreis 2017: v.l.n.r.: Tobias Lehmkuhl, Maria Gazetti, Katja Gasser, Lothar Schröder , Silke Behl, Mara Delius, Christian Dunker
Die Buchpreis-Jury (v.l.n.r.): Tobias Lehmkuhl, Maria Gazetti, Katja Gasser, Lothar Schröder , Silke Behl, Mara Delius, Christian Dunker Bild © Christina Weiß

Sieben Literatur-Experten haben über den Deutschen Buchpreis 2017 entschieden: Silke Behl (Radio Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung berlin), Maria Gazzetti (Casa di Goethe), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker) und Lothar Schröder (Rheinische Post). Jury-Sprecherin ist Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk). Sie wählten aus Büchern aus, die zwischen Oktober 2016 und September 2017 erschienen sind.

Der Deutsche Buchpreis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005 vergeben. Er hat sich zur wichtigsten Auszeichnung der Branche entwickelt. Im vergangenen Jahr ging der Preis an Bodo Kirchhoff für seinen Roman "Widerfahrnis".

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 10.10.2017, 07:15 Uhr

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