Am 21. Dezember 1917, vor 100 Jahren, wurde Heinrich Böll in Köln geboren, einer der bedeutendsten Autoren der deutschen Nachkriegsliteratur. Das Sitzen zwischen den Stühlen war für Heinrich Böll ein existentielles Bedürfnis.

Zeitlebens blieb der Schriftsteller ein unbequemer Querdenker und eigenwilliger Chronist der widerspruchsvollen deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Dafür prädestinierten ihn die Erfahrungen mit Krieg und Nationalsozialismus, die sich seinem Denken und Schreiben in schmerzlicher Weise eingeprägt hatten.


Die Geschichten der ‚kleinen Leute‘ sind das beständig wiederkehrende Thema in Heinrich Bölls Werk. Immer wieder hat er sie erzählt, realistisch, gesellschaftskritisch und menschlich anrührend. Zutiefst verhasst waren ihm hingegen die Etiketten, die man ihm gar zu gern anklebte und die so gar nicht seinem Selbstverständnis entsprachen: "Der gute Mensch von Köln", "Das Gewissen der Nation", "Die moralische Instanz der Deutschen" – das alles wollte der Anti-Pathetiker Böll nicht sein, auch nicht, nachdem man ihm im Jahr 1972 den Literaturnobelpreis verliehen hatte.


Der geborene Nonkonformist Heinrich Böll  war auch als Autor ein Einzelgänger, der sich niemals in ideologische Schablonen und literarische Klüngel einfügte. Für ihn war Schreiben ein Akt der Grenzüberschreitung in ein noch unentdecktes Land des Geschichten-Erzählens. Michael Augustin und Walter Weber schufen ein Radio-Porträt, das Leben und Werk des großen Kölner Autors nachzeichnet.
Neben Heinrich Böll sind u.a. zu hören: sein Sohn René Böll, Ralph Giordano, Günter Grass, Alexander Solschenizyn und Dieter Wellershoff.

Radio Bremen 2015

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