Ein Soldat, am Kopf schwer verletzt, ist einziger Überlebender einer zusammengebrochenen Stellung. Während er sich zu den eigenen Linien zurückschleppt, überwältigen ihn Fieberphantasien und Traumbilder.

Er begegnet Menschen und Orten, die er nie zuvor gesehen hat, und taumelt durch eine barocke Albtraumwelt, in der alles möglich scheint. Erst als er sich seiner schweren Verletzung bewusst wird, dringt das Reale in sein Inneres und offenbart ihm die Verheerungen der Schlachtfelder. Hughes‘ Verwundeter trägt das Inferno und die Sinnlosigkeit des Krieges als ewige Wunde in sich. Er bleibt ein Gezeichneter, der zwar zurückkehrt, aber nicht zu sich selbst. "Das ist der Krieg. Er arbeitet an all denen, die noch nicht gestorben sind." Hughes sucht in seinem Stück mit einer bild- und symbolreichen Sprache jene Atavismen aufzudecken, die in extremen Ausnahmesituationen ungehemmt zum Ausdruck kommen können.

Mit Hannes Messemer, Günther Neutze, Irmgard Först, Elfriede Rückert u. a.

Aus dem Englischen von Willy H. Thiem.

Regie: Raoul Wolfgang Schnell

WDR/BR 1963

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Ted Hughes (1930 - 1998)

Englischer Autor und Lyriker. Eine frühe Nähe zum Radio entwickelte Hughes bereits als Radiomechaniker, bevor er anschließend sein Studium an der Universität Cambridge aufnahm, das er 1954 erfolgreich abschloss. Sein erster Gedichtband "The Hawk in the Rain" erschien 1957. Während seiner Studienzeit lernte er die Schriftstellerin Sylvia Plath kennen, die er 1959 heiratete. Insbesondere sein letztes Werk, "Birthday Letters", kurz vor seinem Tod veröffentlicht, wurde als Hughes’ Auseinandersetzung mit seiner Beziehung zu Sylvia Plath verstanden. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den T.S. Eliot Prize.

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Sendung: hr2-kultur, Hörspiel, 21.01.2018, 14:04 Uhr

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