Duryong-po, Chunwon-myeon, Tongyeong-myeon, Ch‘ungmu, Tongyeong… die Stadt im Süden der koreanischen Halbinsel wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach ihre Namen.

Franz Martin Olbrisch
Ch‘ungmu – Farben des Lichts
hr 2017

Im 16./17. Jahrhundert erreichte das einstige Fischerdorf seine Blütezeit. Danach verlor es wieder an Bedeutung. 1910 wurde der Ort, wie ganz Korea, bis 1945 zu einem Teil des japanischen Kaiserreichs. 1917 wurde hier der Komponist Isang Yun geboren und damit eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt, dessen Biografie ebenso wechselhaft verlief wie die Geschichte seiner Geburtsstadt.

Yun geriet in den 1960er Jahren zwischen die Fronten der beiden koreanischen Staaten. Er wurde vom südkoreanischen Geheimdienst entführt, inhaftiert und gefoltert. Nach vehementen internationalen Protesten von Künstlern wurde er freigelassen, und er konnte nach West-Berlin zurückkehren, wo er seit 1957 lebte und 1995 starb. Trotz dieser grausamen Erfahrungen waren es stets die Erinnerungen an seine Heimatstadt, die sein Schaffen prägten. Was ist noch von der Klanglichkeit geblieben, die Yun einst in seiner Kindheit erlebte? Der Komponist Franz Martin Olbrisch (* 1952) hat sich in Tongyeong auf akustische Spurensuche begeben, auf Yun’sche Klänge, die sein Gedächtnis füllten.

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