CD-Cover: Herta Müller: Atemschaukel
Bild © HörbuchHamburg

Der Krieg war zu Ende, doch die Rumäniendeutschen bekamen 1945 die Rache der Sowjets besonders deutlich zu spüren. Nicht der Vater, der bei der SS war, nicht die Soldaten der Wehrmacht, die Mörder. Sondern die Daheimgebliebenen.

Auch Herta Müllers Mutter und ihr Dichterfreund Oskar Pastior. Mit ihm wollte sie den Roman zusammen schreiben. Aber der Büchner-Preisträger Pastior ist vor 3 Jahren gestorben. Daraufhin hat die Autorin den Roman in Ich-Form allein geschrieben. Als Hommage an Pastior, als "Auto-Fiktionalität", als eine Wahrheit, die erfunden wird.

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DIE LESUNG

12.02.-09.03.2018
mo-fr 9.30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung ab ca. 15 Uhr in der "Klassikzeit"

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Herta Müller erhielt 2009 für diesen Roman den Nobelpreis für Literatur. Sie ist 1953 in Nitzkydorf geboren, bei Temeschwar, im Banat, bei den Donauschwaben, einer deutschsprachigen Minderheit in Rumänien. Der Vater war SS-Mann, hat sie nur im Zisch-Ton angeredet, hat sie geschlagen, ein roher Trinker. In ihrem Erstlingswerk "Niederungen" von 1984 erzählte sie davon. Ihre Art zu schreiben, passte dem Ceausescu- Regime nicht. Die Zensur war zur Stelle. Und der Geheimdienst Securitate. Herta Müller wurde verfolgt, verhört, immer wieder eingeschüchtert.

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HERTA MÜLLER: ATEMSCHAUKEL

Gekürzte Lesung mit Ulrich Matthes
Hörbuch Hamburg
5 CDs, Laufzeit 381 Minuten
24,95 Euro

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1987 konnte sie dem Regime von  Ceausescu entkommen. Sie ging in die Bundesrepublik. Aber die Angst blieb. Sie fühlte sich weiter von der Securitate überwacht und verfolgt. Wie andere Schriftsteller aus Rumänien auch. Die mentalen Verwüstungen durch die Ceaucescu-Diktatur durchziehen ihr Werk als Leid- und Leitmotiv. "Herztier" oder "Heute wäre ich mir lieber nicht begegnet" lauteten die Titel. Herta Müller kam von dieser Angst nicht mehr los. Erst in ihrem jüngsten Roman "Atemschaukel" löste sie sich von ihrer eigenen Vergangenheit. Sie erkundete die sowjetischen Lager der Nachkriegszeit.

Es liest Ulrich Matthes.

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