CD-Cover: Thomas Bernhard: Städtebeschimpfungen
Bild © der Hörverlag

"Gibt es denn in Augsburg überhaupt einen Arzt, einen Rheumaspezialisten in diesem muffigen verabscheuungswürdigen Nest, in dieser Lechkloake?" Mit dieser Frage seiner Theaterfigur Caribaldi löste der "Theatermacher" Thomas Bernhard in der Stadt am Lech einen Skandal aus.

Der Oberbürgermeister der Fuggerstadt fühlte sich direkt angesprochen und beleidigt und forderte diesen "Herrn Thomas Bernhard" dazu auf, seine "schmucke und muntere Großstadt" mit "quellreinem Trinkwasser" zu besuchen. "Dann wird Herr Bernhard sicher bald sehen und fühlen und riechen, dass es hier gar nicht so übel riecht."

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DIE LESUNG

29.01.-09.02.2018
mo-fr 9.30 Uhr im "Kulturfrühstück",
Wiederholung ab ca. 15 Uhr in der "Klassikzeit"

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Der Oberbürgermeister schickt die Augsburger Einladung an den Verleger von Bernhard. Siegfried Unseld fühlt sich bemüßigt, den Bürgermeister zu beschwichtigen. "Glauben Sie, dass der Hassgesang von James Joyce auf Dublin die Liebenswürdigkeit dieser Stadt beeinträchtigt hätte?" – Der Anstifter allen Übels ist auf Reisen und mischt sich auch noch ein: "Von Lissabon aus empfinde ich Augsburg noch elementarer scheußlich als in meinem neuen Theaterstück. Mein Mitgefühl mit den Augsburgern und allen in Europa, die sich als Augsburger verstehen, ist ungeheuer grenzenlos und absolut." Auf das Meisterstück der superlativen Beschimpfungen folgen noch weitere Invektiven gegen Salzburg, Wien und Bochum und so weiter. Allein Frankfurt nimmt Bernhard von seinen Tiraden aus.

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THOMAS BERNHARD: STÄDTEBESCHIMPFUNGEN

Gelesen von Peter Simonischek und Michael König
ab März 2018 bei der Hörverlag
3 CDs, Laufzeit 187 Minuten
18 Euro

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Der Bernhard-Kenner Raimund Fellinger hat die Szenen aus Theaterstücken und Briefen von Bernhard mit Texten seiner Gegner und Anwälte zusammengestellt. Ruthard Stäblein hat die "Stellen" für den Funk eingerichtet. Und so ist eine Bernhard-Parodie entstanden, als wär's ein Stück von ihm.

Mit den Bernhard-erprobten Schauspielern Michael König und Peter Simonischek vom Wiener Burgtheater. 

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