Gaechinger Cantorey
Die Gaechinger Cantorey mit eine wunderbaren Neuaufnahme Bild © Holger Schneider

Gehört zu Weihnachten wie Christbaum und Krippe: Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Die wunderbare Neuaufnahme mit der Gaechinger Cantorey ist ein Geschenk an die Musikwelt – und für den Gabentisch von Bachfreunden!

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Geachinger Cantorey Weihnachtsoratorium

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Zweieinhalb Stunden Hörvergnügen!" Meinolf Bunsmann über die CD der Gaechinger Cantorey

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Für die sechs Weihnachtsfeiertage der Jahre 1734/1735 komponierte Johann Sebastian Bach sein Weihnachtsoratorium. Bis heute haben die sechs Kantaten nichts an ihrer Strahlkraft verloren und stehen in vielen Kirchen und Konzertsälen vor, an und nach Weihnachten auf dem Programm. Jetzt gibt es eine gelungene Neuaufnahme mit der Gaechinger Cantorey unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann. Die Neuausrichtung von Chor und Orchester sowie die Orientierung an der historisch informierten Aufführungspraxis tut dem Ensemble gut. Unter Hans-Christoph Rademanns Dirigat klingt Bachs Weihnachtsoratorium frisch, glänzend, kraftvoll und trotzdem elegant und schlank.

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Das Weihnachtsoratorium in hr2-kultur

1. Weihnachtsfeiertag, Montag, 25. Dezember ab 20.04 Uhr:
Alle sechs Kantaten in genau dieser Aufnahme mit der Gaechinger Cantorey

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Geachinger Cantorey Weihnachtsoratorium
Hans-Christoph Rademann Bild © Carus / Holger Schneider

Menschen, die sich jetzt vielleicht über die altertümliche Schreibweise wundern, seien auf die Selbstdarstellung der Internmationalen Bachaklademie Stuttgart verwiesen: "Mit der Saison 2016–17 beginnt eine neue Zeitrechnung für die Ensembles der Bachakademie, die ab sofort unter dem gemeinsamen Namen Gaechinger Cantorey auftreten werden. 'Gaechinger Cantorey', die historisierte Schreibweise des traditionsreichen Chornamens, meint sowohl den seit Hans-Christoph Rademanns Amtsantritt als Akademieleiter (2013) Schritt für Schritt reformierten Chor wie auch das dazu tretende, neu formierte Barockorchester der Bachakademie."

Bachs Plagiat wurde weihnachtliche Pracht

Festlicher kann das Weihnachtsoratorium kaum beginnen: "Jauchzet, frohlocket" ist ein prächtiger Eingangschor, auch wenn Bach ihn 1734 - sagen wir mal "ausgeborgt" hat. Allerdings bei sich selbst, denn diese Musik stammt aus einer seiner früheren weltlichen Glückwunschkantate. Musik zu "recyceln", also mit einem neuen Text zu versehen, war damals durchaus gängige Praxis. Und – Hand aufs Herz – erst durch die Verwendung im Weihnachtsoratorium ist dieser Chor erst so richtig berühmt geworden, oder?

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Weihnachtsoratorium BWV 248

Anna-Lucia Richter, Sopran
Regula Mühlemann, Sopran
Wiebke Lehmkuhl, Alt
Sebastian Kohlhepp, Tenor
Michael Nagy, Bass
Gaechinger Cantorey
Hans-Christoph Rademann
Carus 83.312 (2 CDs)

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Makellose Stimmen und orchestrale Transparenz

Zu Bachs Zeiten gab es an und nach Weihnachten insgesamt sechs Feiertage, daher sechs Kantaten. Bis heute haben sie nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Jede Neuaufnahme des Weihnachtsoratoriums wird allerdings mit "Argusohren" von Kritik und Hörerschaft aufgenommen. Denn es ist ja nicht das erste Mal, dass dieses Stück auf Platte erscheint. Die Gaechinger Cantorey braucht da aber nichts zu fürchten...!

Geachinger Cantorey Weihnachtsoratorium
Solisten Regula Mühlemann, Wiebke Lehmkuhl und Sebastian Kohlhepp, Dirigent Hans-Christoph Rademann (v.l.n.r.) Bild © Carus / Holger Schneider

Klangliche Transparenz im Orchester, deutliche Aussprache im Chor. Die Gaechinger Cantorey profitiert hier vom Bonus der Muttersprachler. Man nimmt dem Chor ab, war er singt. Und ebenso den fünf Solosängern. Das sind die Sopranistinnen Anna Lucia Richter und Regula Mühlemann, die Altistin Wiebke Lehmkuhl, der Bass Michael Nágy und last but not least der Tenor Sebastian Kohlhepp. Als Evangelist übernimmt er die wichtigste Rolle: denn er erzählt schließlich die Weihnachtsgeschichte. Da möchte man als Zuhörer schon verstehen, um was es geht. Sebastian Kohlhepp macht das sehr überzeugend. Mit schlanker, agiler Tenorstimme und makelloser Diktion führt er durch die Geschichte. Seine Solistenkolleginnen und kollegen runden das gelungene Gesamtpaket ab.

Fazit

Die Gaechinger Cantorey bereitet zweieinhalb Stunden Hörvergnügen und löst weihnachtlichte Gefühle aus. Diese Neuaufnahme mit der Gaechinger Cantorey unter Hans-Christoph Rademan lohnt sich, Bachs Musik sowieso! Eine ideales Geschenk, nicht nur für den Gabentisch. Denn ganz ehrlich: Machte es nicht auch mal Spaß, Bachs Weihnachtsoratorium im Frühling oder Sommer zu hören?

Vorgestellt von Meinolf Bunsmann

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 22.12.2017, 8:45 Uhr

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