Das Denkmal von Georg Friedrich Händel in Halle
Der Meister aus Halle mit kritischem Blick Bild © picture-alliance/dpa

Zum 30jährigen Bestehen seines Ensembles "Le Concert spirituel" präsentiert Hervé Niquet eine Neueinspielung von Händels "Messias". Wagemutig, denn kaum ein Oratorium wurde wohl öfter aufgenommen. Macht er also was ganz Neues?

Audiobeitrag
Das Cover von Händels "Messias" mit Hervé Niquet

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ohne Wärme und Innigkeit" Natscha Pflaumbaum über die CD

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Niquet hat den "Messias" in der Fassung von 1754 aufgenommen, die fünf Solisten vorsieht, anstelle der üblichen vier. Diese Fassung von 1754 hat Niquet gewählt, weil sein Vorbild Christopher Hogwood sie schon einmal zur Grundlage einer Aufnahme vor 30 Jahren gemacht hat. Und irgendwie dachte Niquet wohl, es sei mal wieder an der Zeit.

Wieso diese Fassung?

Trotz der ausgiebigen Ausführungen im Booklet wird nicht ganz klar, warum es diese Aufnahme denn nun ausgerechnet in dieser Fassung geben muss. Auch die Aufnahme selbst vermittelt sich nicht als besonders extravagant oder extraordinär. Niquet nimmt die Musik sehr flott, Sänger und Instrumentalisten gehen bisweilen in der Tempojagd auseinander, es gibt eigentlich kaum überraschende oder gar bezaubernde agogische Momente, in denen die Musik einmal aus dem Tritt gerät. Die Chöre sind sehr temporeich und groß angelegt.

Weitere Informationen

Georg Friedrich Händel: Der Messias

(Foundling Hospital Version 1754)
Sandrine Piau, Katherine Watson, Anthea Pichanick, Rupert Charlesworth, Andreas Wolf
Le Concert Spirituel, Herve Niquet
Alpha classics

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Fazit

Allein die Solisten, und da besonders die Sopranistin Sandrine Piau, sorgen für ein paar beglückende Momente. Insgesamt aber nimmt das schnelle Tempo den Sängern jede Chance, sich wirklich zu entfalten. Über vieles wird im wahrsten Sinne des Wortes hinweg musiziert. Niquets "Messias" in der Fassung von 1754 ist sicherlich sorgfältig gemacht, wirkt aber zu gejagt, um nuanciert Neues zu offenbaren.

Vorgestellt von Natascha Pflaumbaum

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 15.12.2017, 08:45 Uhr

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