Mozart auf dem Sterbett
Mozart auf dem Sterbett Bild © BBC

Kaum ein Musikwerk ist so von Rätseln und Legenden umrankt wie Mozarts Requiem. Nun hat der junge Franzose Pierre-Henri Dutron sich auf die Süßmayr-Fassung nochmal einen eigenen Reim gemacht - und in dem Alte Musik-Experten Renée Jacobs einen Fürsprecher gefunden.

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CD-Cover Mozart-Requiem Freiburger Barockorchester

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Dutron will das Rad nicht neu erfinden" Ursula Böhmer über die CD

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Sommer 1791. Ein unbekannter Bote klopft bei Mozart an – um bei ihm ein Requiem in Auftrag zu geben. Der Komponist schlug in den Handel ein – nichts ahnend, dass er sich damit die eigene Totenmusik von der Seele schrieb.

Bis zum "Lacrimosa" kam Mozart. Damit seine Witwe Constanze das Honorar des Auftraggebers behalten und damit die hohen Schulden der Familie begleichen konnte, fragte sie bei mehreren Komponisten an, das Requiem fertig zu stellen. Drei Kandidaten zogen ihre Arbeiten letztlich wieder zurück - übrig blieb Franz Xaver Süßmayr. Seine Fassung  wurde seit dem 19. Jahrhundert immer wieder diskutiert, überarbeitet  - oder gleich um Neu-Kompositionen ersetzt.  

Und nun ein neuer Versuch

Die neuste Folge im Rätselraten um Mozarts Requiem hat Pierre-Henri Dutron herausgebracht. Der Franzose, der in Basel Barockgeige und in Paris Komposition und Orchestration studiert hat, misst in seiner Fassung vor allem den Bläsern mehr Eigenwert zu. Dutron will das Rad nicht neu erfinden – so macht er es im Booklet der neuen CD-Aufnahme klar. Aber er will manche Süßmayr’sche Holpereien glätten und versuchen, mehr in Mozarts Geist zu denken. Dabei hat er sich ganz eng mit dem Alte Musik-Experten René Jacobs abgestimmt.

Weitere Informationen

Mozart Requiem

Sophie Karthäuser, Marie-Claude Chappuis, Maximilian Schmitt, Johannes Weisser, RIAS Kammerchor, Freiburger Barockorchester, René Jacobs
harmonia mundi

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Das Fazit von Ursula Böhmer

Letztlich bleibt es ein Experiment unter vielen – aber ein sehr hörenswertes: Zumal hier das wie immer vorzüglich ausdrucksstark spielende Freiburger Barockorchester und der exzellente RIAS-Kammerchor die Versuchskaninchen sind. Streitbar dagegen die Wahl der Sängersolisten:  Sophie Karthäuser, Marie-Claude Chappuis, Maximilian Schmitt und Johannes Weisser haben kräftige, vibratoreiche Opernstimmen – und tragen bisweilen sehr dick auf in der fein gewobenen Partitur. Letztlich aber nur ein kleiner Wermuthstropfen in einer großartig gelungenen Versuchsanordnung.

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 14.11.2017, 08:45 Uhr

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