Renaud Garcia-Fons
Bitte nachzählen: Renaud Garcia-Fons und sein spezieller Kontrabass Bild © burk-artist.de

Wenn man ihn hört, dann muss man sich fragen, ob sein Kontrabass überhaupt noch ein Bass ist: Renaud Garcia-Fons. Der französische Musiker mit katalanischen Wurzeln erfindet sein Instrument ständig neu. Inzwischen ist er damit in die erste Reihe der Jazz- und Weltmusiker aufgestiegen.

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CD-Cover "La vie devant soit" von Renaud Garcia-Fons

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Immer wieder beeindruckend!" Gregor Praml über die CD

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Jetzt ist mit "La vie devant soi" ein neues Album von ihm erschienen, das ihn mit einem neuen Trio präsentiert. Da sich Garcia-Fons musikalisch und gedanklich dafür wieder in seine Heimatstadt an der Seine begeben hat, heißt dieses Trio "Revoir Paris".

Mit Kontrabass, Akkordeon und Vibraphon und Percussion erschließt sich hier eine Klangwelt, die für Garcia-Fons typisch sehr feine Arrangements hörbar macht und ausschließlich Eigenkompositionen von ihm enthält. Man hat dabei förmlich das Gefühl, auf einem Spaziergang durch die Straßen von Paris zu sein. Mit allem was dazu gehört: der Gang durch das morgendliche Montmartre, im Taxi bis zur Seine und in der Schule sitzen neben Sempés "Petit Nicolas". Und die Metro nehmen wir natürlich auch mit Renaud Garcia-Fons.

Wann ist ein Bass ein Bass?

Renaud Garcia-Fons spielt einen fünf-saitigen Kontrabass - und zwar so, dass man sich fragt, ob der Bass überhaupt noch ein Bass ist. Dazu kommt seine schier unglaubliche Technik: Sie wird vor allem deutlich durch seinen Umgang mit dem Bogen, denn anders als beim Spiel mit den Fingern, wird hier jede noch so kleine Ungenauigkeit in der Intonation sofort hörbar. Die Finger von Renaud Garcia-Fons wissen aber genau, wo sie hin gehören. Die Geschwindigkeit, mit der er über sein Griffbrett gleitet ist dabei atemberaubend. Wer Renaud Garcia-Fons kennt, dem wird das nicht neu sein - aber es ist immer wieder beeindruckend, wie fein er diese außergewöhnliche Virtuosität einsetzt.

Hochkaräter im Trio

Renaud Garcia-Fons und Freunde
Renaud Garcia-Fons und Freunde Bild © burk-artist.de

Renaud Garcia-Fons ist zudem ein Meister des Arrangements. Die Instrumente des Trios haben alle ihren Platz. David Ventucci am Akkordeon ist die "französischste Note" auf dieser CD. Dass Garcia-Fons gerade mit diesem Instrument etwas anfangen kann, dass hat er schon oft bewiesen. Auf vielen seiner CDs taucht das Akkordeon als tragendes Instrument - sowohl als Melodie- als auch als Begleitinstrument. Wirklich neu wird der Klang des Trios aber durch den dritten Musiker im Bunde: Stephan Caracci, der wahlweise Percussion oder Vibraphon spielt - und gerade mit letzterem dem Ganzen eine sehr schöne Klangfarbe hinzufügt.

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La vie devant soit

Renaud Garcia-Fons
e-motive records/galileo music

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"Revoir Paris" hat Kontrabassist Renaud Garcia-Fons sein neues Trio genannt. Der Franzose, der als Weltmusiker seine eigene Mischung aus Jazz, Flamenco, Tango und Orient sucht, kehrt dabei musikalisch zurück in seine Heimatstadt Paris. In fast jedem Titel findet sich eine Anspielung auf die Seine-Metropole.

Fazit

"La vie devant soi" – "Ich habe das Leben noch vor mir", denkt sich Renaud Garcia-Fons. Warum seine neue CD so heißt? Er sagt es nicht direkt, aber mit der Widmung der Aufnahmen an seinen 2016 verstorbenen Vater, dem in Frankreich bekannten Maler Pierre Garcia-Fons, wirkt dieser Titel wie ein Aufruf, das Leben zu genießen, solange man es noch hat. Und mit dieser Musik von Renaud Garcia-Fons kann man das auch!

Vorgestellt von Gregor Praml

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 14.7.2017, 06:45 Uhr

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