Sabine Devieilhe
Märchenhafte Koloraturen: Sabine Devieilhe Bild © Fabien Monthubert

Im Französischen bezeichnet "Mirage" ein Trugbild oder eine Fata Morgana. Die gibt es in klimatisch heißen Ländern besonders häufig. Und daher bietet Sabine Devieilhe auch viel Orient, viel Exotisches auf dieser CD mit Opernarien und Liedern.

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CD-Cover Sabine Devieilhe

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Märchenhaft schön" Meinolf Bunsmann über "Mirages" von Sabine Devieilhe

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Französische Opernarien und Lieder von 1850 bis 1920 bietet das neue Album der französischen Sopranistin Sabine Devieilhe. "Mirages" heißt es. Im Französischen bezeichnet man damit ein Trugbild oder eine Fata Morgana wie es sie in klimatisch heißen Ländern häufig gibt. Und tatsächlich führt uns Sabine Devieilhe in Länder wie Indien, Ägypten, aber auch nach Japan oder China. Viel Orient und Exotismus also.

Ein Ausschnitt stammt aus der Oper "Pelléas et Mélisande" von Claude Debussy, wie Wagners "Tristan und Isolde" eine Geschichte über eine verbotene, dem Tode geweihte Liebe. Debussy ist allerding nur einer von vielen Komponisten auf dieser CD. Als einziger Nicht-Franzose ist der Russe Igor Strawinski vertreten. Die anderen kommen alle aus Frankreich: André Messager, Léo Delibes, Ambroise Thomas, Hector Berlioz, Jules Massenet, Charles Koechlin und Maurice Delage.

"Märchenhaft" schön

Frankreich ist der rote Faden. Sabine Devieilhe beginnt mit einer ganz bestimmten Arie bzw. Rolle, die sie schon seit einigen Jahren singt und schon immer mal auf CD aufnehmen wollte: die "Lakmé" aus der gleichnamigen Oper von Léo Delibes. Und so sind ganze drei Tracks allein Lakmé gewidmet, darunter auch das berühmte Blumenduett, bei dem Devieilhe von der Mezzosopranistin Marianne Crebassa unterstützt wird. Und Devieilhe singt die bekannte Glöckchenarie, in der jede Koloratursopranistin zeigen kann, was in ihr steckt.

Begleitet wird sie vom Orchester "Les Siècles". Das Besondere daran ist, dass dieses Orchester versucht, dem Klang der Epoche möglichst nahe zu kommen, indem die Musiker auf Instrumenten oder Nachbauten der Zeit spielen. Es ist zwar ein Originalklang-, aber kein Alte-Musik-Ensemble, denn "Les Siècles" spielt keine Barockmusik sondern Musik von der Frühromantik bis zu den 1920er Jahren, also eine Spanne von gut 100 Jahren, in denen musikalisch viel passiert ist. Die Leitung hat François-Xavier Roth. Er hat "Les Siècles" vor knapp 15 Jahren gegründet. In Deutschland kennt man ihn als Dirigenten des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und als Generalmusikdirektor der Stadt Köln. Für die Lieder ist der Pianist Alexandre Tharaud zuständig.

Das Konzept geht auf

Sabine Devieilhe gibt einen Überblick über die Liebe französischer Musiker für das Fremdländische, das Unbekannte, das Exotische. Gerade im 19. Jahrhundert war das in Europa en vogue, ganz besonders in Frankreich. André Messager führt uns beispielsweise in seiner Oper "Chrysanthème" nach Japan, Maurice Delage nach Indien in vier Liedern aus vier verschiedenen indischen Provinzen oder bei Jules Massenet geht es in seiner Oper "Thais" nach Ägypten. Eine musikalische Spanne von 1850 bis 1920, eine geographische von Japan, China, Indien, Ägypten bis nach Europa. Alles zusammengehalten von der wunderbaren Stimme von Sabine Devieilhe.

Weitere Informationen

Mirages – Opera Arias and Songs

Sabine Devieilhe
Erato 0190295767723

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Fazit von hr2-Kritiker Meinolf Bunsmann

Sabine Devieilhe ist mit ihren 32 Jahren auf der einen Seite noch jung genug für das Mädchenhafte und Jugendliche in ihren Rollen. Aber sie hat eben auch die nötige Erfahrung für die sinnlichen Seiten der Musik. Einige Preise hat sie auch abgeräumt, den Echo-Klassik 2014 als Nachwuchskünstlerin des Jahres, und zuletzt 2015 in Frankreich, als "Opernsängerin des Jahres" beim "Victoire de la Musique". Die Betonung liegt bei diesem Album auf dem Sinnlichen, dem Geheimnisvollen, Exotischen, Fremdländischen. Und diese Stimmungen transportieren das Orchester "Les siècles" und die Sopranistin Sabine Devieilhe hervorragend.

Video der Glöckchenarie mit Sabine Devieilhe

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Sendung: hr2-kultur, Sendung, 17.11.2017, 11:30 Uhr

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