Drei Streichquintette hat Antonín Dvořák geschrieben, von denen er einzig das zweite für Streichquartett mit Kontrabass komponierte anstelle der sonst üblichen Streichquintett-Besetzung mit zwei Bratschen bzw. zwei Celli. Damit scheint die Absicht des 1875 entstandenen Werks klar: Dem jungen Dvořák ging es in seinem G-Dur-Quintett offenbar darum, durch das Bassfundament einen sinfonischen Klang anzustreben, in den die einzelnen Solopartien wirkungsvoll eingebettet sind.

Paul Meyer, Klarinette
Marco Postinghel, Fagott
Alejandro Núñez, Horn
Baiba Skride, Violine
Gergana Gergova, Violine
Veronika Hagen, Viola
Clemens Hagen, Violoncello
Roberto Di Ronza, Kontrabass

Dvořák: Streichquintett G-Dur op. 77
Schubert: Oktett F-Dur D 803

(Aufnahme vom 29. August 2017 aus dem Angelika Kaufmann-Saal)

Antonín Dvořák
Der junge Antonín Dvořák, 1868 Bild © gemeinfrei

In Dvořáks Schaffen steht das op. 77 an einem Wendepunkt: Er löste sich vom Einfluss Wagners hin zu Brahms'schen Anklängen, die er mit slawischen Themen verband.

Und auch an Franz Schuberts Melodik orientierte sich Dvořák. Dessen Oktett in F-Dur aus dem Jahr 1824 ist das längste Kammermusikwerk des Komponisten und sprengt die Grenzen der Kammermusik. "Überhaupt will ich mir auf diese Art den Weg zur großen Sinfonie bahnen", schrieb Schubert u.a. über das sechssätzige Stück, in dessen Zentrum er Variationen über ein Thema aus seiner frühen Oper "Die Freunde von Salamanca" stellt.

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