"Alles hat seine Zeit." Für den Komponisten Bernd Alois Zimmermann ist dieser Satz aus dem alttestamentarischen Prediger-Buch eine zentrale ästhetische Formel. Sie führte ihn in den 1950/60er Jahren zu einer einzigartigen pluralistischen Musik – ihrer Zeit weit voraus.

Der in Köln wirkende Komponist Bernd Alois Zimmermann, ein von vielen Zweifeln und Melancholie geprägter Musiker, der sich 1970 im Alter von 52 Jahren das Leben nahm, gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten im bundesdeutschen Kulturleben der Nachkriegszeit. Vor allem in der Rückschau – die jüngeren Kollegen des Darmstädter Serialismus schätzten seine Werke eher weniger – zeigt sich, dass die Musikkonzepte von Bazi, wie er gerade im Rheinland liebevoll genannt wird, eine dauerhafte Tragweite besitzen. Seine Welt-Sicht, in der die Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – in eins fallen und so eine pluralistische Perspektive aufs Leben eröffnen, manifestiert sich beispielhaft in seinem Oeuvre musikalischer „Kugelgestalten“, die bis heute nichts an Klang- und Sinnkraft eingebüßt haben.

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 15.02.2018, 20:04 Uhr

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