Aus dem Geist des Tao fließt seine flexible, lebendige Musik. Der koreanische Komponist Isang Yun, er lebte seit Ende der 1950er Jahre in West-Berlin, verschmilzt westliches und östliches Klangdenken.

Kompositionen von Isang Yun:
Loyang
Fluktuationen
Piri
Tuyaux sonores
Oktett
Muak

Am Mikrofon: Stefan Fricke

"Ein Komponist kann die Welt, in der er lebt, nicht gleichgültig betrachten. Menschliche Leiden, Unterdrückung … all das kommt zu mir in meine Gedanken. Wo es Schmerzen gibt, wo es Unrecht gibt, da will ich mitsprechen durch meine Musik." Das sagte Isang Yun 1983 auch in Hinblick auf die unmenschlichen Zustände in seiner geteilten Heimat Korea. Er engagierte sich zeitlebens für die Versöhnung der beiden koreanischen Staaten, weshalb ihn 1967 der südkoreanische Geheimdienst aus Deutschland entführte. Erst nach internationalen Protesten kam er nach zwei Jahren Haft wieder frei, konnte er nach Berlin zurückkehren, wo er bis zu seinem Tode 1995 lebte. Yuns Musik ist durchfurcht von diesen leidvollen Erfahrungen: Sie artikuliert sich als eine zupackende Musik des Unmuts und des Protestes, zugleich als eine entrückte Musik der Hoffnung und der Träume. Die Klangsprache von Isang Yun, manifest in über hundert Werken, ist ein ganz eigenes Idiom: avanciertes Musikdenken verschmilzt mit Aspekten ostasiatischer Ästhetik.

Zu hören sind in dieser Sendung u.a. mit dem Ensemble Modern und dem hr-Sinfonieorchester sowie weiteren Interpreten die Isang-Yun-Kompositionen "Loyang", "Fluktuationen", "Piri", "Tuyaux sonores", "Oktett", "Muak".

Sendung: hr2-kultur, Konzertsaal, 21.12.2017, 20:04 Uhr

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