Für den norddeutschen Komponisten Hespos ist Musik das, "was über das Ohr geht". Und dazu gehört alles, was hörbar ist, was dem "Ohrenatmer", wie sich der 1938 geborene Hespos beschreibt, per Trommelfell begegnet.

Der entschieden nonkonforme und autodidaktische Komponist Hans-Joachim Hespos (*1938), der an die 300 Werke für nahezu alle Gattungen und Besetzungen geschrieben hat, ist ein kreativer Abschaffer. Wo er, bekennender Ostfriese, akustische Grenzen in der (Musik-)Gesellschaft entdeckt, beseitigt er sie. Von seinen Interpreten verlangt er deren Selbstentäußerung, die physisch-psychische Hingabe soll deren eigenschöpferisches Potenzial fördern. Dazu dienen auch die vielen unkonventionellen Spielanweisungen in seinen Partituren: z. B. "angestrengt zerpresst, blökend verzerren, druckwabern, heulschluchzen, jaulkreischen, taub wütend, zwirblig geschlauscht." Und seine Werktitel sind nicht minder eigen(artig):  dschen-Z ... (); pleuk; VIF-bi; omziff; O p !; STAUN-pi.)..

Sendung: hr2-kultur, 11.01.2018, 21:30 Uhr

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