Podcast Der Tag

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Abtreibung? Das war doch mal das große frauenpolitische Thema, Paragraph 218 und 219, "Mein Bauch gehört mir“. Jetzt taucht es anscheinend wieder auf: die Ärztin Kristina Hänel wird zu einer Geldstrafe verurteilt, sie soll widerrechtlich für Abtreibungen geworben haben. Am Dienstag wird eine Online-Petition für Kristina Hänel in Berlin übergeben, mit derzeit schon über 130.000 Unterstützern. Manche fordern die Abschaffung des Abtreibungsgesetzes. Es stellt Abtreibung nach wie vor unter Strafe, zählt aber zahlreiche Ausnahmefälle auf, unter denen sie in den ersten 12 Schwangerschaftswochen nicht strafbar ist, und verpflichtet Abtreibungswillige zu einer Beratung. Wer sich damit beschäftigt, stellt fest: das Thema Abtreibung war nie weg, es ist im Gegenteil bedeutender geworden. Die moderne Diagnostik im Mutterleib bringt allerlei Befunde und Prognosen hervor, die eine Abtreibung - teilweise sogar nach der 12. Woche - möglich machen. Werdende Eltern sehen sich jenseits der Rechtslage mit schwerwiegenden ethischen Fragen konfrontiert: darf und soll ich ein Kind, das wahrscheinlich behindert sein wird, abtreiben? Wo ist denn die Grenze zwischen einem für Eltern und Kind zumutbaren und nicht zumutbaren Leben? Es geht längst nicht mehr um einen Kampf zwischen Feministinnen und radikalen Abtreibungsgegnern, Abtreibung geht fast alle an.

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