Podcast Der Tag

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Bevor ich auf meinem Computer etwas Dummes anrichte, werde ich in der Regel von einer kleinen Schriftbox gefragt: "wollen Sie das wirklich löschen"? Und dann drücke ich schon mal vor lauter Eile oder Müdigkeit so schnell auf "Ja", dass die Arbeit von zwei Stunden weg ist. Ähnlich ausgefeilt war offenbar das Warnsystem der Katastrophenschutzbehörde auf Hawaii. Im US-Bundesstaat im Pazifik gab es am Samstag einen falschen Raketenalarm, schnell verbreitet über eine Katastrophen-Warnapp auf zahlreiche Mobiltelefone. Die Menschen liefen in Panik in Verstecke oder schenkten sich resigniert ein letztes Glas Whisky ein. Erst 38 Minuten später gab es allgemeine Entwarnung. Offizielle Erklärung: ein Mitarbeiter der Behörde hatte aus Versehen auf "Raketenalarm auslösen" und dann auch die Nachfrage bestätigt. So einfach geht das? Und warum hat es so lange bis zur Entwarnung gedauert? In 38 Minuten könnte doch jemand auf die Idee kommen, einen Gegenangriff einzuleiten. Wenn sich mit dem ersten Fehler weitere Fehlinformationen oder Panikreaktionen unglücklich verketten, könnte ein Fehlalarm womöglich dafür sorgen, dass ein echter Alarm nötig ist. Präsident Trump hat jedenfalls, anstatt sich sofort einzuschalten, erst einmal gar nicht reagiert und dann fälschlicherweise erzählt, es handele sich um eine Übung. Nicht gerade souverän und potentiell gefährlich. Wir wissen inzwischen, dass Trump keinen Knopf hat, mit dem er einfach so Atomkriege auslösen kann, Kim Jong Un wahrscheinlich auch nicht. Aber vielleicht droht die eigentliche Gefahr von den Knöpfen, die uns warnen sollen.

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