Lautsprecherbox
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Surround Sound, Dolby Digital, 5.1, AC-3, Mehrkanal-Tonformat... all dies sind Bezeichnungen, teilweise auch Markennahmen, für die räumliche Wiedergabe eines Klangereignisses über mehr als zwei Lautsprecher, sei es in Film, Fernsehen, Radio, DVD oder auch SACD. Diese Übertragungsverfahren ermöglichen es, Klänge besser als nur in Stereo räumlich wahrzunehmen.

Haben Sie schon einmal in Beethoven-Musik "gebadet"? Denn so könnte man das Erlebnis beschreiben, Klassik im Surround-Sound zu hören. hr2-kultur bietet Ihnen dieses neue räumliche Klangerlebnis – parallel zur gewohnten Tonqualität in Stereofonie - regelmäßig: Alle Live-Übertragungen der Konzerte des hr-Sinfonieorchesters werden in Dolby Digital 5.1 produziert und ausgestrahlt.

Surround Sound, was ist das?

Kino-Fans sind die räumlichen Klang-Effekte seit langem bekannt. In Wohnzimmern von Radiohörern gehören die fünf Lautsprecher samt Tieftöner heute noch nicht zum Standard, aber das wird sich in den nächsten Jahren sicherlich ändern. Im Hörfunk wird dieses Mehrkanalformat ausschließlich digital über Satellit verbreitet.

Für den Empfang benötigt man neben dem Lautsprechersystem also eine Set-Top-Box. Inzwischen investieren immer mehr Radiohörer in die Tonqualität, um sich zu Hause wie im Konzertsaal fühlen zu können. Für hr2-kultur hat die neue Ära mit dem Eröffnungskonzert des Rheingau Musik Festivals 2006 begonnen.

DVB-S: Digitales Radio über Satellit

Über den Satelliten Astra 1H ist ein umfassendes digitales ARD-Radiopaket gestartet. Wurden bisher nur ARD-Hörfunkangebote aus dem "ARD Digital"-Angebot über Satellit ausgestrahlt, können jetzt sämtliche Radioprogramme der Landesrundfunkanstalten empfangen werden - vom Hessischen Rundfunk sind insgesamt sechs Programme dabei.

Zu hören sind diese Programme europaweit in digitaler Qualität. In hr2-kultur werden außerdem ausgewählte Sendungen im Dolby Digital 5.1-Format ausgestrahlt und den Hörern damit ein voller "Rundumklang" geboten (siehe weiter unten "Akustik wie im Konzertsaal").

Laut einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung aus dem Jahr 2004 verfügen rund anderthalb Millionen deutsche Haushalte über eine digitale Set-Top-Box zum Empfang von Digital-Video-Broadcasting. Davon besitzen etwa 35 Prozent eine Wiedergabeanlage mit Surround- Lautsprechern. Damit könnten also heute etwa 500.000 Radiohörer die Mehrkanalangebote des Hessischen Rundfunks über DVB-S nutzen.

In hr2-kultur werden künftig diverse Konzertmitschnitte oder Live-Übertragungen aus dem hr-Sendesaal oder der Alten Oper Frankfurt parallel zur Stereoausstrahlung in diesem Mehrkanal-Verfahren gesendet werden. Bei der Übertragung auf fünf Lautsprecher und einen zusätzlichen Tieftöner lassen sich originäre Radioformen wie Hörspiele und Konzerte lebendiger und bewegter genießen, als dies in Stereo möglich ist. Es entsteht ein Hörerlebnis mit dem Gefühl, im Konzertsaal zu sitzen bzw. am Ort der Hörspielhandlung zu sein. Zur Übertragung von Radio in Surround Sound wird das etablierte Dolby Digital AC3-Format (spezielles Audio-Codierungsverfahren bei Dolby Digital) verwendet.  

Was Sie über Set-Top-Boxen wissen sollten

Für den Empfang der hr-Radioprogramme über den Satelliten Astra 1H braucht man eine digitaltaugliche Satellitenempfangsanlage und einen digitalen Satellitenreceiver, der für Radio- und Fernsehempfang genutzt werden kann. Sofern sie nicht älter als etwa sieben Jahre sind, sind neuere Satelliten-Empfangsanlagen digitaltauglich. Im Zweifelsfall hilft der Fachhandel weiter.

Um die volle Tonqualität wiederzugeben, sollte der Receiver mit einer HIFI-Anlage verbunden werden. Für den Empfang von Mehrkanalton-Sendungen sind zudem ein Dolby-Digital-Verstärker und ein entsprechendes 5.1-Lautsprecher-Set erforderlich. Für den mobilen Empfang ist DVB-S nicht geeignet, es funktioniert nur mit einer stationären Satellitenschüssel.

Weitere Informationen

Wichtiger Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass es verschiedene Set-Top-Boxen gibt. Für den Empfang von DVB-S-Radio muss die Set-Top-Box mit dem entsprechenden Logo gekennzeichnet sein.
DVB-T-Set-Top-Boxen können Digital Radio über Satellit nicht empfangen. Digital über Antenne werden diese Radioprogramme nicht ausgestrahlt.

Ende der weiteren Informationen

Die Satellitensignale werden einer digitalen Set-Top Box zugespielt, deren Ausgänge einerseits mit der Scart-Buchse des Fernsehgeräts als auch mit einem mehrkanaligen Digital-Verstärker verbunden sind. Im Verstärker werden diese Audiosignale decodiert und ausgewertet. Der Decoder erkennt dabei automatisch Mono, Stereo oder Mehrkanal-Dolby-Digital-AC3 und verteilt das entsprechende Audio auf die einzelnen Lautsprecher.

So finden Sie die hr-Programme

Zunächst benötigen Sie eine digitale Set-Top Box mit dem DVB-S-Logo, ein Fernsehgerät und - wenn Sie mehrkanalfähige Programme suchen - eine mehrkanalfähige HiFi-Anlage. Das Fernsehgerät brauchen Sie deshalb, weil zum Auffinden der Radioprogramme die weiteren Einstellungen über den Bildschirm erfolgen. Das ist leider heute noch so, denn Set-Top Boxen mit einem vernünftigen Radio-Display werden erst in Kürze auf den Markt kommen.

Im nächsten Schritt wird die Menü-Übersicht (oder das Installations-Menü) aufgerufen sowie die Senderprogrammierung angewählt. Starten Sie dann den automatischen Suchlauf oder suchen Sie die Programme manuell. Anschließend können Sie mit der Editier- bzw. Sortier-Funktion die Radiolisten aufschlagen und die gewünschten Programme auf den individuellen Speicherplätzen ablegen.

Alle Radioprogramme sind mit einer Kennung, der PID, versehen, die eine eindeutige Identifizierung der gefundenen Programme ermöglicht.  

Akustik wie im Konzertsaal

Unsere akustische Wahrnehmung beruht auf einer permanenten "Rundum-Erfassung" von Schall. Von vorne hören wir meist den direkten Schall und zeitlich versetzt und aus allen Richtungen stärkere und schwächere Reflexionen. Wir können dabei genau feststellen, aus welcher Richtung ein Tonsignal kommt, und wir können gleichzeitig die räumliche Ausdehnung einer Schallquelle erfassen. Der Klangraum wird als Einheit wahrgenommen. Dem Tonmeister obliegt nun bei einer Konzertübertragung die Kunst, beim Zuhörer die gleiche Wirkung zu erzeugen, als befände er sich mitten im Konzertsaal. Das Ziel einer Aufnahme ist, ein Höchstmaß an emotionaler Ansprache zu erreichen.

Das gelingt mit einer mehrkanaligen Audiowiedergabe bedeutend besser als in Stereo oder gar Mono. International hat sich in der Mehrkanaltechnik das 5.1-Verfahren etabliert, mit einer Standard-Aufstellung von drei Front-Lautsprechern, zwei rückwärtigen Surround-Lautsprechern und einem sogenannten Subwoofer für sehr tiefe, meist als Effekt genutzte Frequenzen.

Bei Kinofilmen und Videos ist der Surroundsound bereits etabliert, auch die Musikindustrie setzt mit Mehrkanalton-Produktionen auf neue Märkte. Inzwischen gibt es über 1.700 Musiktitel in Surroundsound, auch die Rundfunkanstalten strahlen immer mehr Sendungen in Hörfunk und Fernsehen in der neuen Technik aus.

Kleines Glossar

AC3: Audio Coding: das in Dolby Digital verwendete Audio-Codierungsverfahren
DVB-S: DigitalVideoBroadcasting-Satellite
EPG: Electronic Progamme Guide/Elektronische Programmzeitschrift
SACD: SuperAudio CD
DVD-A: DigitalVersatileDisc-Audio: Digitaler Audiodatenträger
DVD-V: DigitalVersatileDisc-Video: Digitaler Videodatenträger
LNB: Low Noise Block Converter: verstärkt und wandelt die empfangenen Satelliten-Signale und leitet diese verlustarm an die Set-Top-Box weiter
MHP: Multimedia Home Platform: internationaler digitaler Standard für integrierte Zusatzdaten

Fragen und Antworten zu DVB-S und 5.1-Technik

Schicken Sie eine Mail an surroundsound@hr.de.

Weitere Informationen

Hotline ARD Digital0180 500 14 95
(12 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz)

...und selbstverständlich im Fachhandel.

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