Lukas Bärfuß, Büchnerpreisträger 2019

Der Träger des Büchner-Preises 2019 heißt Lukas Bärfuss. Das gab die Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt bekannt. Der Preis ist die bedeutendste Auszeichnung für deutschsprachige Schriftsteller und mit 50.000 Euro dotiert. Am 2. November wird er im Staatstheater Darmstadt verliehen.

Lukas Bärfuss ist einer der wichtigsten Schweizer Autoren. Vor allem als Dramatiker machte er sich einen Namen, schreibt aber auch Prosa und Essays. Sein Stück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern" erregte internationales Aufsehen und wurde erfolgreich verfilmt.

In seinem Prosadebüt, der Novelle "Die toten Männer", beschrieb er die Lebensverweigerung eines Buchhändlers durchsetzt von kritischen Untertönen zur Lage seines Landes. In seinem gefeierten Roman "Hundert Tage" lässt Bärfuss den naiven Optimismus eines jungen Entwicklungshelfers auf den barbarischen Völkermord in Ruanda prallen.

So ist das Werk von Lukas Bärfuss durchzogen von poetisch-politischen Erfahrungen und wurde vielfach ausgezeichnet. Er war Dramatiker des Jahres bei den Mülheimer Theatertagen, erhielt  den Anna-Seghers-Preis und den Berliner Literaturpreis.

In der Begründung der Darmstädter Jury heißt es: "Karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall."

Im vergangenen Jahr wurde die Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin Terézia Mora mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Die Akademie in Darmstadt vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Büchner-Preis

Der Büchner-Preis ist nach dem in Darmstadt aufgewachsenen Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Sozialrevolutionär Georg Büchner (1813-1837) benannt. Der Preis wurde erstmals 1923 vergeben, seit 1951 geht er ausschließlich an Schriftsteller. Preisträger waren unter anderen Carl Zuckmayer (1929), Max Frisch (1958), Günter Grass (1965), Peter Handke (1973), Sarah Kirsch (1996), Wilhelm Genazino (2004), Brigitte Kronauer (2005), Martin Mosebach (2007), Felicitas Hoppe (2012), Jan Wagner (2017) und zuletzt Terézia Mora (2018).

Sendung: hr2-kultur, Nachrichten, 9.7.2019, 10:00 Uhr

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