104 Menschen hat die Hamburger Polizei öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben - mit gestochen scharfen Farbfotos der Gesuchten. Weil sie randaliert, Steine geworfen oder Autos in Brand gesteckt haben sollen am Rande des Hamburger G20-Gipfels Anfang Juli. Und in manchen Medien kommen sie an den Pranger. Ist das noch Fahndung oder schon Vorverurteilung?

Aus eigenen Aufzeichnungen, aus Handy-Videos von Augenzeugen und aus Aufnahmen von Fernsehsendern hat die Polizei diese Fahndungsfotos generiert. Und die BILD-Zeitung verbreitet eine Auswahl davon unter der Schlagzeile "Ihr kommt nicht davon!". Wird so aus einem Steckbrief ein Pranger und aus einer Fahndung eine Vorverurteilung?

Aus den veröffentlichten Fotos selbst geht jedenfalls nicht hervor, was genau jedem einzelnen vorgeworfen oder gar nachgewiesen werden kann. Immerhin: Der Veröffentlichung habe in jedem einzelnen Fall ein Amtsrichter zugestimmt, sagt die Polizei. Das also scheint notwendig zu sein - für dieses letzte Mittel einer Tätersuche, das mal zum entscheidenden Durchbruch führt, oft aber auch großen Schaden anrichtet. Weil es neben den Schuldigen auch Unschuldige treffen kann.

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