Früher waren Privilegien eine handfeste Sache: man bekam als Person oder Stadt eine Urkunde und war dann zum Beispiel vom Frondienst befreit oder durfte Messen und Märkte abhalten. Auch heute gibt es quasi gesetzliche Bevorzugungen von Gruppen oder Institutionen, zum Beispiel Steuerprivilegien für Familien und Unternehmen.

Und dann gibt es noch die schwer fassbaren "Privilegien", wie sie manche Soziologen definieren: alle sind gleich, aber die Angehörigen von Eliten ein bisschen gleicher. Ihre Angehörigen kennen die richtigen Manieren, die richtigen Kleider, die richtige Wortwahl, die richtige politische Meinung. Und genießen dadurch inoffizielle Vorrechte, über die man nicht gerne redet. Auch die Geburt in einem reichen Land, das Geschlecht oder die Hautfarbe können als Privileg verstanden werden.

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Mit diesem entgrenzten Begriff von Privileg sind meist mehr oder weniger konkrete Forderungen verbunden: du bist privilegiert, das ist ungerecht, also musst du etwas abgeben. Der Kampf um Privilegien ist oft einfach ein Verteilungskampf. Und er endet damit, dass noch mehr Privilegien verteilt werden - natürlich im Namen der Gerechtigkeit. Das klingt immer gut, oder? Moderation: Barbara Pieroth

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