Deutscher als Rammstein geht´s ja gar nicht: düsterer, aggressiver Holzhammerrock, eine martialische Bühnenshow, dazu pathetische Texte und Videos, die sich gerne mal aus dem tiefsten Schicksalskeller der deutschen Geschichte bedienen.

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Dass Rammstein keine dumpfen Rechtsrocker sind, dürfte sich herumgesprochen haben. Aber die Provokation der in den 90ern gegründeten Band funktioniert auch beim neuen Album. Ein Lied heißt einfach "Deutschland" - in dazugehörigen Videos rast eine dunkelhäutige Germania durch Jahrhunderte deutscher Geschichte, die Bandmitglieder posieren unter anderem als KZ-Häftlinge am Galgen. Ist das eine Geschmacklosigkeit? Oder, wie viele Kritiker finden, eine gelungene, hochironische Auseinandersetzung mit Geschichtsmythen?

Gute Popmusik fällt ja nicht nur dadurch auf, dass man danach tanzen oder wenigstens hüpfen kann, sondern durch gewitzte Vieldeutigkeit, durch symbolische Eleganz - alles was Liebhaber eindeutiger Bekenntnisse verzweifeln lässt. Liefern Rammstein also einen raffinierten Kommentar zu den verkniffenen nationalen und sonstigen Identitätsdebatten? Auch für Menschen, die böse Gitarren nicht so schätzen? Oder fallen wir da einfach auf eine Masche aus dem vergangenen Jahrhundert rein?

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