Überall in Marokko hängen die Bilder des Königs als junger Mann. Sie stammen aus der Zeit, als er nach dem Tod seines Vaters den Thron des Königsreichs bestieg.

Zwanzig Jahre ist das her, die Übergabe der Macht erzeugte damals viel Hoffnung auf bessere Zeiten. Ein junger König, der Jet-Ski fuhr, cool wirkte und cool aussah. Auf der Straße hätte man ihn von anderen jungen Marokkanern nicht unterscheiden können. Das fanden viele gut.

Und tatsächlich hat er vieles zum Besseren gewendet. Das Touristenland hat sich dem Kampf gegen Müll und Plastiktüten verschrieben. Rabat ist heute eine aufgeputzte Hauptstadt mit vielen Bars und Cafés, bald wird sie auch mit einem Opernhaus punkten.

In entlegenen Gebieten auf dem Land sieht es aber anders aus. Und dort spürt man auch die Unzufriedenheit der Bevölkerung stärker als in den Städten. Es fehlen Jobs. Die Universitäten vermitteln nicht das Fachwissen für den modernen Arbeitsmarkt. Kritik und Selbstkritik sind verbotene Methoden des Denkens. Das war schon so, als Mohammed der Sechste vor zwanzig Jahren den Thron bestieg.

Aber jetzt gibt es in Zeiten des Internets eine agile Zivilgesellschaft, die sich anders als damals vernetzen kann. Und viel schneller agiert, als der König handeln kann.

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