Podcast Das Buch ist tot! Es lebe das Buch!

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Das muss das Ende sein: im neuen Ikea-Katalog gibt es zwar noch Regale, aber kaum noch Bücher. Die vorzugsweise junge Kundschaft hat sowas offenbar nicht mehr zuhause. Auf der Frankfurter Buchmesse wird es wohl noch das eine oder andere Buch zu sehen geben, aber auch da wächst der Non-Book-Bereich, und gehandelt wird viel mit Dingen, die sich nicht unbedingt zwischen zwei Buchdeckeln materialisieren müssen: vor allem Verwertungsrechte. Was vielleicht mal als Roman anfing, kommt erst groß heraus, wenn es zur Serie, zum Film, zum Computerspiel wird. Die gedruckten Bücher verabschieden sich, wenn auch langsam, die klassischen Verlage dampfen ihr Programm und ihre Auftritte auf der Buchmesse ein. Aber was geschieht mit dem, was in den Büchern drin ist? Wo bleiben die Inhalte, die Figuren, die Stories, die Dichtung, der Geist? Ganz früher hatten nur gottbegnadete Dichter wie Homer die Gabe, etwas zu erzählen. In der digitalen Welt erzählen alle durcheinander, die Medien sind voll mit "Narrativen“. Werbung, Public Relations und Journalismus praktizieren "Storytelling“, und die Weltliteratur ist auf allen Kanälen ständig verfügbar. Vielleicht ist das Buch gar nicht weg. Es hat nur seine Deckel gesprengt, und ist jetzt überall. Und wer lesen kann, ist gerade heute immer noch klar im Vorteil.

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