Podcast Der Lärm des Brauchtums – warum die Kuh die Glocke braucht

Stilisierte Uhr

"Friede sei ihr erst Geläute" - so dichtete Friedrich Schiller, der Schwabe in Thüringen, in seinem "Lied von der Glocke". Aber diese Dichtung hat nichts mit der Wahrheit in Oberbayern zu tun. Denn dort, in dem kleinen Ort Holzkirchen, sorgen Glocken für Unfrieden. Sie hängen allerdings nicht in der Glockenstube einer Kirche, sondern an den Hälsen der Kühe, die dort leben. Und diese Kühe können nun nicht in Frieden grasen, weil es den zornigen Nachbarn nicht gefällt. Ein Ehepaar fühlt sich gestört vom Geläut der Kuhglocken und zieht von Gericht zu Gericht, um diesem lärmenden Brauchtum eins auf die Glocke zu geben. Aber hat nicht jedes Ambiente seine immerwährende Geräuschkulisse - das Land ebenso wie die Stadt? Und gehören Kuhglocken nicht untrennbar zu den glücklichen Kühen Bayerns und des Alpenlandes - aus gutem Grund und aus alter Tradition? Treiben wir also die Kuh samt Glocke durch das Dorf und fügen uns der Einsicht, dass Land laut ist. Auch wenn wir das nicht immer an die große Glocke hängen.

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