Podcast Vor dem Sofa liegt die Straße – Wofür wir demonstrieren

Stilisierte Uhr

Fünf Millionen sollen es am Ende sein, wenn es nach Jonas Lüscher geht. Der Schweizer Schriftsteller will in ganz Europa am 13. Oktober Menschen auf die Straße bringen: "für ein solidarisches Europa, gegen Hass und Nationalismus“. "13-10“ nennt sich die Bewegung, Lüscher und seine Mitstreiter wollen vor allem die mobilisieren, die die gegenwärtige Entwicklung in Europa besorgt beobachten, aber bisher nicht handeln wollten oder konnten. Die Demonstration soll da ein ermutigendes Zeichen setzen: "Wir“ - also die Anhänger eines geeinten, nicht mehr nationalistischen Europas sind in der Mehrheit. Dieses gute Gefühl können Demonstrationen ihren Teilnehmern sicher verschaffen. Aber was bewirken sie darüber hinaus? Und vor allem: haben die Teilnehmer tatsächlich ein gemeinsames Ziel? Die großen Demonstrationen 1989 besiegelten immerhin das Ende der DDR, mit der folgenden Wiedervereinigung waren viele der Demonstrierenden sehr unzufrieden. Die legendäre Bonner Demonstration gegen die Nachrüstung gehört zu den identitätsstiftenden Mythen einer politischen Generation auf der Linken, war aber in der Sache erfolglos. Bevor wir also loslaufen oder nicht, bleibt noch Zeit zu fragen: wofür demonstrieren wir, wenn wir demonstrieren?

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