Heute wäre Albert Mangelsdorff 90 Jahre alt geworden. Er galt als Urgestein der Frankfurter Jazzszene, war nach dem Zweiten Weltkrieg einer der wichtigsten Vorkämpfer der improvisierten Musik in Deutschland und zählte darüber hinaus zu den bedeutendsten Jazzposaunisten der Welt.

Albert Mangelsdorff, 1928 als Sohn eines Frankfurter Buchbinders geboren, spielte zunächst Gitarre, bevor er zu seinem Lieblingsinstrument wechselte. Mitte der Fünfziger wurde er für zwei Jahre Mitglied im Radio-Tanzorchester des Hessischen Rundfunks, wo er 1957 die Leitung des neu gegründeten hr-Jazzensembles übernahm. Mit dem 1961 neu formierten Albert-Mangelsdorff-Quintett avancierte er zum Vorkämpfer einer Emanzipation des europäischen Jazz vom damals übermächtigen US-Jazz.

Schon früh entdeckte der Hobby-Ornithologe seine Liebe zu Vogelstimmen, deren Gesänge er auf die Posaune zu übertragen suchte. Ganze Konzerte gab er später als Solist, indem er auf der Posaune eine bis dato unerhörte Mehrstimmigkeit – sog. "Multiphonics" – erzeugen konnte. Als Albert Mangelsdorff im Juli 2005 verstarb, hinterließ er nicht nur in der heimischen Jazzszene, eine bisher kaum gefüllte, schmerzliche Lücke. Zwei Jahre vor seinem Tod hatte er im Gespräch mit Guenter Hottmann noch einmal die wichtigsten Stationen seines reichen Musikerlebens Revue passieren lassen.

Zum 90. Geburtstag wiederholen wir das Gespräch aus dem Jahr 2003.

Gastgeber: Guenter Hottmann

Das Eröffnungskonzert des 49. Deutschen Jazzfestivals Frankfurt feiert Albert Mangelsdorff am 22. Oktober mit einer Hommage in der Alten Oper.

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