Es war nicht nur das Cello, das Anita Lasker-Wallfisch im Konzentrationslager Auschwitz das Leben rettete, sondern auch Mut und eine Portion Frechheit. Jetzt wurde Anita Lasker-Wallfisch mit dem diesjährigen Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet für ihr Bemühen um Verständigung und ihr Eintreten gegen Antisemitismus.

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Zum Artikel Die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch spricht u. a. über das "Mädchenorchester".

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Als "Mädchenorchester" bezeichneten Nationalsozialisten im Staatsdienst die Gruppe von Frauen, die nicht vergewaltigt und ermordet wurden, sondern zur Vergasung ihrer Verwandten aufzuspielen hatten. "Wir hatten mehr Angst vor Alma Rosé - der Dirigentin - als vor den Gaskammern". Dass die Nichte Gustav Mahlers - Alma Rosé war selbst Geigerin - die 47 Musikerinnen mit eiserner Härte antrieb, hing in dieser Situation eher mit ihrem Überlebenswillen zusammen als mit dem Wunsch nach künstlerischer Harmonie. "Wir konnten alles sehen", sagte Anita Lasker-Wallfisch 2015 im Deutschen Bundestag, bevor sie das, was sie damals sah, in ein poetisches Bild fasste. Sie sah, "wie die Menschen in Rauch verwandelt wurden".

Ihren Kindern erzählte Anita Lasker-Wallfisch nach dem Krieg jahrzehntelang nichts von ihrer Entwürdigung. Erst spät schrieb sie ihre Autobiographie "Ihr sollt die Wahrheit erben".

Im August 2018 war Anita Lasker-Wallfisch zu Gast im "hr2-Doppelkopf", damals sprach sie ganz nüchtern über eine Zeit, die manche gerne vergäßen, während sie unbeirrt vor dem wieder aufblühenden Judenhass warnt.

Gastgeber: Jochanan Shelliem

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