Annette Ramelsberger ist Gerichtsreporterin der "Süddeutschen Zeitung". Zwischen Mai 2013 und Juli 2018 hat sie, zusammen mit drei weiteren Reportern von der SZ, den Prozess über den sogenannten National-Sozialistischen-Untergrund (NSU) mit verfolgt. Aus den Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll entstanden: ein Stück deutscher Geschichte.

Eine Frau und vier Männer wurden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet und unterstützt zu haben. Die rechtsradikale Gruppe soll zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt, eine Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen haben. Mehr als 600 Zeugen kamen zu Wort, über 60 Anwälte vertraten die fünf Angeklagten und 91 Nebenkläger an 438 Prozesstagen.

Bei dem Protokoll handelt es sich um Originaltöne aus der Verhandlung die gekürzt, jedoch sonst unverändert wiedergegeben werden. Durch die Stimmen des Richters, der Zeugen, der Sachverständigen, der Anwälte und der Angeklagten entsteht ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der Täter, dem Dilettantismus der Ermittler und der schwierigen Suche nach der Wahrheit.

Das Oberlandesgericht München hatte schließlich im Juli 2018 die angeklagte Beate Zschäpe zu lebenslanger Haft verurteilt. Der NSU-Prozess war damit einer der längsten und aufwendigsten Indizienprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Was macht die Beobachtung eines solchen Prozesses mit der Reporterin? Wie hat sie sich verändert? Welche gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen ergeben sich für sie daraus? Davon erzählt Annette Ramelsberger im "hr2-Doppelkopf".

Gastgeberin: Karin Röder

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Buchhinweis:

Ramelsbeger, Ramm, Schultz, Stadler: "Der NSU-Prozess. Das Protokoll", Verlag Antje Kunstmann, München 2018, Preis: 80,- Euro

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