Im Apfelbaum hatte er bei Familienzusammenkünften von der Vergangenheit seiner Eltern geträumt. Gesprochen wurde in der Familie Berkel darüber nicht. Nicht über die jüdische Herkunft seiner Mutter, nicht über deren renitente Mutter, nicht über die Zeit im französischen Internierungslager Gurs, nicht über die Emigration nach Argentinien.

Auch die russische Kriegsgefangenschaft des Vaters galt als Tabu. Der Vater – HNO-Arzt - hatte warme Hände. Über seine Jugend in der Gosse von Berlin, über seinen Nazischwager sprach man nicht. Als die Mutter dement wird, beginnt der Sohn sie zu befragen. Christian Berkel reist nach Polen, sucht nach dem Großelterngrab. Nach dem Geburtsort des Tuchfabrikanten Prussak, der drei Töchter hatte, die es in die Welt verschlug. Nach Buenos Aires, Madrid und Paris. Die Töchter überlebten. Der Enkel schrieb das Buch "Der Apfelbaum". In dessen Krone hatte Christian Berkel von seiner Vergangenheit geträumt. Ein Schauspieler ohne Maske erzählt von seiner Wahrheit.

Gastgeber: Jochanan Shelliem

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Buchhinweis:

Christian Berkel: "Der Apfelbaum". Ullstein-Verlag 2018, Preis: 22,- Euro

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