Der 1983 geborene Schweizer Pianist Francesco Piemontesi ist eine Ausnahmeerscheinung unter den jungen Pianisten. Als Schüler von Alfred Brendel und Cécile Ousset, gehört er zu den Musikern, die über den Tellerrand des eigenen Tuns weit hinausblicken.

Immer jung und frisch! So soll Musik klingen, wenn sie im Konzert gespielt wird. Deshalb muss aber der Interpret nicht jung und frisch sein. Francesco Piemontesi kennt und bewundert eine ganze Reihe von Musikern, die noch im hohen Alter Freude am Lernen und an neuen Sichtweisen auf Stücke an den Tag legten, selbst wenn sie sie ein Leben lang gespielt hatten. Der Schweizer Pianist beschäftigt sich sehr viel mit solchen Fragen. Wichtig sind ihm Grundstimmungen in der Musik, innerhalb derer der Interpret sich bewegen muss. Musik sei oft präziser als Sprache und dennoch müsse man sie nicht wortwörtlich "exekutieren".

Wenig Energie verschwendet er für PR, und er appelliert an die Musikjournalisten, Künstlern Zeit zum Reifen zu geben, sie nicht hochzujubeln, um sie nach maximal zwei Jahren wieder fallenzulassen. Und er hat die Erfahrung gemacht, dass das Konzertpublikum keineswegs nur unterhalten werden will, sondern auch bereit ist, sich Ansprüchen zu stellen, sich anzustrengen und sich nicht für dumm verkaufen zu lassen.

Gastgeber: Andreas Bomba

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