Wenn er früher aufgetreten ist, dann vorzugsweise in schrillem Outfit, mit bunter Schminke und einem völlig durchgeknallten Bühnenprogramm. Georg Ringsgwandl war - frei nach einem seiner Songs - der Gaudibursch vom Hindukusch, ein Alien in der deutschen Singer/Songwriter/Rockmusikszene.

Dass sich in diesem wilden und bunten Durcheinander skurrile bis bitterböse Texte versteckten und immer wieder in den Vordergrund schoben, verursacht von einem sensiblen, abgeklärten Typen - keine Frage! Heute, mit 70, beobachtet er immer noch genau, und noch immer schaut er am liebsten dem Spießer hinter die Spitzenvorhänge, vorzugsweise in Bayern.

Auf die schreiend bunten Bühnentöne verzichtet er heute inzwischen. Georg Ringsgwandl, der im ersten Leben ein erfolgreicher Arzt war und den Kittel zu Gunsten der Bühne vor 25 Jahren an den Nagel hängte, sagt, sein Job sei die beste Therapie und Vorsorge, um nicht krank zu werden, streitet aber ein gewisses Maß an Schizophrenie nicht ab.

Warum Lieder Leben retten, die Zither die beste Vorstufe zur Rockmusik ist, warum seine Frau, eine Psychotherapeutin, ihn oft für verrückt erklärt, warum das ganz normale Leben auf dem Dorf genauso wichtig ist wie die Bühne und warum er nie aufhören wird, diese Welt zu beschreiben und dabei immer wieder auf Poesie zurückgreift, erzählt er im „hr2-Doppelkopf“ an seinem 70. Geburtstag.

Gastgeberin: Daniella Baumeister

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