35 Jahre lang unterrichtete Gerhard Müller-Hornbach an der Frankfurter Musikhochschule junge Musiker. Oder besser: er arbeitete mit ihnen, denn Komponieren ist, erklärt der nun emeritierte Professor, ein Geben und Nehmen, ein kreativer Prozess auf Gegenseitigkeit.

Er selbst hatte Schulmusik studiert und Unterricht bei Hans-Ulrich Engelmann genossen. Der legendäre Darmstädter Komponist war insgeheim dem Jazz verfallen, hielt mit seiner Neigung aber hinter dem Berg, als er in seiner Heimatstadt den großen Namen (und der strengen Ästhetik) der Nachkriegs-Avantgarde begegnete.

Müller-Hornbach hat daraus gelernt, jungen Musikern ihre Freiheit zu lassen, sie mehr anzuregen als ihnen Pfade zu bahnen. Davon, für Festivals zeitgenössischer Musik zu komponieren, rät er ab. Komponieren dient dem konkreten Gebrauch, so sein Credo. Denn leben von dieser Kunst können nur wenige. Entsprechend vielseitig (und oft anlassgebunden) ist auch Müller-Hornbachs eigenes Oeuvre; mit dem Mutare-Ensemble gründete er vor ebenfalls 35 Jahren ein Kollektiv junger Musiker, das seither Neuer Musik in variablen Besetzungen gerecht werden kann.

Heute lässt sich Müller-Hornbach von neuen musikalischen Ideen begeistern, die im Zuge der Globalisierung nach Europa kommen – und er animiert junge Musiker aus fernen Ländern, ihre eigene Musik nicht für weniger wertvoll zu halten als die europäischen Meisterwerke. Seit 1991 kümmert sich der umtriebige Unruheständler, im Rahmen des "Response"-Projektes, um komponierende Schüler. Nach dem Motto: jeder ist ein Künstler – man muss es ihm nur sagen.

Gastgeber: Andreas Bomba

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