Vor 25 Jahren hat Gerhard Trabert das sogenannte "Mainzer Modell" ins Leben gerufen. Dem Arzt und Sozialarbeiter fiel auf, dass viele Wohnungslose medizinisch nicht versorgt wurden. Da sie nicht krankenversichert waren, suchten sie auch keine ärztliche Praxis auf.

Kurzerhand kaufte Trabert einen Kleinbus und baute ihn zum Arzt-Mobil aus. Seitdem ist er vier Mal in der Woche unterwegs und versorgt die Wohnungslosen in und um Mainz kostenlos. Der Kreis der Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, aber nicht wissen, wie sie sie erhalten können, ist gewachsen: Alleinerziehende, Geflüchtete, Menschen ohne offizielle Papiere, frühere Selbständige, die verarmt sind, oder Arbeiter aus dem Billig-Lohn-Sektor, die aus Osteuropa angeworben wurden.

Vor einigen Jahren hat der "Armenarzt" mit seinen Mitstreitern eine Art Poliklinik an der Mainzer Zitadelle eingerichtet, die über den von ihm gegründeten Förderverein "Armut und Gesundheit in Deutschland" finanziert wird. Die meist pensionierten Ärzte aus unterschiedlichen medizinischen Disziplinen arbeiten dort ehrenamtlich. Wie auch Trabert selbst. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit seiner Professur an der Hochschule Wiesbaden im Fachbereich Sozialwesen. Dort lehrt er Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie.

Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Trabert von den Gründen der Wohnungslosigkeit und warum viele Wohnungslose nicht in einem Wohnheim übernachten wollen. Außerdem fordert er vehement eine Wohnungsbau-Politik, die auch armen Menschen bezahlbares Wohnen ermöglicht.

Gastgeberin: Karin Röder

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