Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller kreist in ihren Werken immer wieder um Grenzsituationen: Angst, Panik, Leben und Tod. Das Leben in der rumänischen Ceausescu-Diktatur hat sie gezeichnet. Die Angst kann man nicht einfach ablegen, sagt sie.

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf in Rumänien geboren. Sie studierte deutsche und rumänische Philologie in Temeswar. Nach dem Studium arbeitet sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Ihr erstes Buch "Niederungen" lag danach vier Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt.

1987 kam Herta Müller nach Deutschland. In den Folgejahren hatte sie Gastprofessuren an Universitäten in England, Amerika, Deutschland und der Schweiz, seit 1995 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Zu ihren bekanntesten Werken gehören "Herztier", "Im Haarknoten wohnt eine Dame", "Der König verneigt sich und tötet".

Zum 65. Geburtstag wiederholen wir ein Gespräch mit der Schriftstellerin aus dem Jahr 2004. Da war der Roman "Atemschaukel" noch nicht veröffentlicht, Rumänien war noch nicht der EU beigetreten, und Herta Müller war auch noch keine Literaturnobelpreisträgerin.

Gastgeberin: Ulrike Ackermann

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit