Seit 2014 ist Ilona Schmiel Intendantin des traditionsreichen Tonhalle-Orchesters Zürich. Keine Frage: Sie ist eine der erfolgreichsten und durchsetzungsfähigsten Managerinnen des Musikbetriebs. Und ausgestattet mit einem guten Blick auf die Mischung aus Visionen und Realität.

Mit 26 war sie Assistentin der Geschäftsleitung bei den Donaueschinger Musiktagen. Mit 31 führte sie die Geschäfte des Bremer Konzerthauses "Die Glocke". Weitere sechs Jahre später avancierte sie zur künstlerischen Leiterin des Beethovenfestes Bonn.

In Bremen war sie die erste, die ein Gesamtkonzept für ein "Education-Programm" entwickelte, hinter dem sie alle Musiktreibenden der Hansestadt versammelte. In Bonn erweckte sie das dem größten Sohn der Stadt gewidmete Musikfest zu neuem Leben, wobei die letzte Konsequenz, der Neubau eines Festspielhauses, ihrer Arbeit versagt blieb.

In Zürich, der ebenso gediegenen wie quicklebendigen Kulturmetropole der Schweiz, bot sich ihr diese Chance: der Umbau des 1895 errichteten Kultur- und Kongresszentrums "Tonhalle". Ilona Schmiel beschreibt den Weg vom idyllischen Seeufer hinein ein altes Industriegebiet im Westen der Stadt und welche Kräfte und Potentiale dieser - wenn auch nur temporäre - Umzug in eine Behelfsspielstätte in Gang setzte. Dass in der Schweiz, wenn die Bürger einmal entschieden haben, alles sehr schnell gehen kann, klingt wie eine Empfehlung an die Frankfurter Politik, Sanierung oder Neubau der Oper zügig anzugehen. Neuer Ort, neue Formen, neues Publikum – auf diese Weise erfüllen sich wertvolle Traditionen mit neuem Leben.

Gastgeber: Andreas Bomba

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